ARD schiebt Kerber ab

Wer am Dienstag das zweite Gruppenspiel der deutschen Weltranglistenersten bei der Einzel-WM in Singapur sehen möchte, muss auf einen Spartensender ausweichen. Von Sebastian Koch

"Ich hoffe, die Quote war gut." Gerade hatte Angelique Kerber am Sonntagnachmittag (deutscher Zeit) ihr Auftaktspiel bei den WTA-Finals in Singapur gegen die Slowakin Dominika Cibulkova nach hartem Kampf in drei Sätzen gewonne, da stand für sie bereits die Wirkung ihres Sieges in der Heimat an höchster Priorität. Die Antwort: Nein, die Quote war nicht gut.

 

Nur knapp 940.000 Zuschauer zählte das ZDF, was einer Quote von 6,3 Prozent bedeutete. Im Schnitt verzeichnete der Sender am Sonntag eine Einschaltquote von 9,4 Prozent. Die recht lieblose Übertragung - die Live-Übertragung begann erst beim Stand von 4:2 im ersten Satz, es fehlte an griffigen Hintergrundinformationen zu Turnier und Gegnerin, die Übertragung endete bereits vor dem Siegerinterview - reihte sich damit im unteren Drittel der ZDF-Sendungen am Sonntag ein.

 

ARD reagiert

Das Ergebnis: scheinbar alarmierend. Die schlechte Quote ist wohl ausschlaggebend dafür, dass die ARD das angekündigte Live-Spiel am Dienstag gegen die Rumänin Simona Halep nun aus dem Hauptprogramm streicht. Wie der Twitteraccount der Sportschau bekannt gab, müssen Tennisfans auf den Spartensender ARDone ausweichen. Im Hauptprogramm laufen parallel zum Spiel ab 13.25 Uhr das ZDF-Mittagsmagazin, eine zehnminütige Tagesschau sowie Folge 2300 der Seifenoper Rote Rosen.

Für Tennisfans ist das ein Schlag ins Gesicht. Groß war die Hoffnung, dass die Öffentlich-Rechtlichen dem Sport mit der gelben Filzkugel wieder eine große Chance geben. Dieses Experiment ist aller Voraussicht nach bereits gescheitert, bevor es richtig begonnen hat.

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