Tränen, die eine Nation glücklich machen

Dimitri Payet ist der Held des EM-Eröffnungsspiels. Sein Last-Minute-Traumtor beschert den Franzosen einen gelungenen Start in das Turnier. Von Markus Schulze

Dimitri Payet - der Held des Abends. Der 29-Jährige lieferte eine überragende Partie ab.

Es sind Tränen, die um die Welt gehen. Dimitri Payet hatte seine Emotionen nicht mehr im Griff. Der französische Nationalspieler zeigte sich bei seiner Auswechslung überwältigt von den Geschehnissen, die nur wenige Minuten zurücklagen. Sein Traumtor kurz vor Abpfiff der EM-Eröffnungspartie gegen Rumänien bescherte den Gastgebern einen Start nach Maß.

 

Dimitri Payet. Er ist der Held von Frankreich. Zumindest für eine Nacht. Sein Name schallte noch bis spät in die Morgenstunden durch die Straßen von Paris. Egal ob Avenue des Champs-Élysées oder direkt am Eifelturm – die Fangesänge zu Ehren Payets waren omnipräsent.

 

 

Der 29-Jährige war der überragende Mann. 84 Ballkontakte in knapp 90 Minuten – die zweitmeisten nach Mannschaftskollege N´Golo Kanté. Zudem kreierte Payet acht (!) Torchancen seiner Mannschaft. Zum Vergleich: der Rest der französischen Nationalauswahl kommt gerade einmal auf vier Möglichkeiten. Kein Wunder, dass der Offensivakteur vom englischen Premier League-Klub West Ham United an beiden Treffern beteiligt war. Das erste Tor bereitete er mit einer punktgenauen Flanke auf den Kopf von Olivier Giroud vor. Den zwischenzeitlichen rumänischen Ausgleich durch Bogdan Stancu beantwortete Payet mit seinem Last-Minute-Treffer.

Deschamps: „Payet macht den Unterschied“

 

„Da war viel Stress, viel Druck. Wenn es mir jemand vorher gesagt hätte, hätte ich es nicht geglaubt, dass mir das gelingt. Danach kamen die Emotionen raus“, beschrieb der Siegtorschütze nach dem Spiel. Mit seinem Treffer dürfte wohl endgültig bei allen Franzosen das EM-Fieber entfacht worden sein. Spätestens seit gestern Abend ist der Glaube an einen Titelgewinn im eigenen Land da.

 

Payet war einer der wenigen Lichtpunkte in einer ansonsten enttäuschenden französischen Mannschaft. Ein Punktgewinn der Rumänen, die erstaunlicherweise lange dagegen halten konnten, wäre durchaus verdient gewesen. Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps war sich nach dem Spiel im Klaren bei wem er sich zu bedanken hatte. „Ich wusste, dass Payet den Unterschied machen kann. Er hilft der Mannschaft. Er hat einen weiten Weg gemacht, und das in einer sehr kurzen Zeit.“

 

 

Bisher bestritt Payet erst 18 Länderspiele für die französische Auswahl. Das nächste dürfte nach der Leistung von Freitagabend definitiv gebucht sein. Am Mittwoch spielt die „Équipe Tricolore“ in Marseille gegen Albanien – definitiv mit Dimitri Payet.

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