Deutschland im Sammelfieber - pünktlich zur EM erscheint das Panini-Sammelheft

Was wäre ein großes Fußball-Turnier ohne das passende Panini-Sammelheft? Der Kult geht in die nächste Runde. Von Markus Schulze

Es ist eine Liaison, die als unzerstörbar gilt. Es ist die Zeit, in der selbst Erwachsene wieder zu Kindern werden. Pünktlich zur anstehenden Europameisterschaft im Sommer in Frankreich erscheint auch dieses Mal wieder ein Stickersammelheft von Panini. Seit dem 22. März ist in vielen Ländern wieder das Sammelfieber ausgebrochen.

 

Egal, ob im Buchhandel, an der Tankstelle oder im Supermarkt – die abziehbaren Klebebildchen werden in den nächsten Monaten omnipräsent sein. Zur Zielgruppe gehört jedermann. Sei es der sechsjährige Erstklässler oder die alleinerziehende Mutter aus dem Sauerland. Die Jagd nach den fehlenden Bildchen macht vor niemandem Halt. „Alle Sammler sprechen die gleiche Sprache, das ist immer wieder faszinierend zu beobachten. Beim Sammeln, Tauschen und Einkleben spielen Alter, Herkunft und Beruf keine Rolle“, so Hermann Paul, Geschäftsführer der Panini Verlags GmbH, der seinen Sitz in Stuttgart hat.

Das Ziel ist relativ simpel: das Heft muss voll werden. Dieses Jahr gilt es 680 Sticker einzukleben.

Panini-Kadernominierung bereits im Januar

 

Auf 96 Seiten haben die Sammler in diesem Jahr die Möglichkeit 680 Sticker einzukleben. Jede Teamseite besteht aus 20 Spielerporträts. Dazu gibt es noch das passende Verbandswappen sowie ein Jubelbild der Mannschaft. Auf den Spielplätzen Deutschlands, die oft als Tausch-Eldorado agieren, wird häufig behauptet, dass diverse Sticker weniger produziert werden. Dem ist aber nicht so. Jeder Spieler, sei es Portugals Cristiano Ronaldo oder Taulant Xhaka aus Albanien, wird in der selben Anzahl hergestellt.

 

Im Gegensatz zu den Nationaltrainern, die noch ein bisschen Zeit haben, ihren Kader zu nominieren, muss sich Panini bereits Ende Januar festlegen, wer es letztendlich auf die Mannschaftsseite schafft. Die Auswahl trifft eine erfahrene Redaktion, die am Hauptsitz im italienischen Modena tagt. Laut unternehmenseigenen Angaben liegt die Trefferquote am Ende bei immerhin beachtlichen 85 %.

 

Wer sich den deutschen Kader anschaut, dem fällt auf, dass Stürmer Mario Gomez und Flügelflitzer Karim Bellarabi fehlen. Max Kruse vom VfL Wolfsburg, der in letzter Zeit durch das ein oder andere von den Medien hochstilisierte Skandälchen auffiel, hat es dagegen in die deutsche Panini-Truppe geschafft.

Ein Bild, das jeder Sammler kennen dürfte. Die Liste mit den fehlenden Stickern sowie die Box mit den doppelten Bildchen.

Deutschland bei EM wichtigster Markt für Panini

 

Die Geschichte der Paninibildchen geht weit in die Vergangenheit zurück. 1961 erschien die erste Stickerkollektion „Calciatori“, bei der sich alles um die italienische Seria A drehte. Das diesjährige Stickerheftchen ist die zehnte Ausgabe von Panini, die zu einer Europameisterschaft erscheint. 1980 feierten die Abziehbildchen bei dem Turnier in Italien ihre Premiere. Damals war das offizielle Album aber noch nicht in Deutschland erhältlich. Erst vier Jahre später, bei der Europameisterschaft in Frankreich, durften auch die Deutschen fleißig die Stickertütchen öffnen.

 

Hergestellt werden die Bilder am Panini-Stammsitz in Modena. Ende Februar startete die Produktion für das aktuelle Sammelalbum. Insgesamt 70 Menschen arbeiten sechs Tage die Woche. So werden Spitzenwerte von sieben bis acht Millionen Tüten pro Tag erreicht. Eine unglaubliche Zahl, für die es etwa 20 bis 25 LKW braucht, um die Bilder in mehr als 100 Länder weltweit auszuliefern. Laut Panini ist Deutschland bei Europameisterschaften der wichtigste Markt für das Unternehmen.

"Im italienischen Modena können taglich sieben bis acht Millionen (!) Stickertütchen hergestellt werden." Der...

Posted by Spiel, Satz und Tor on Friday, March 25, 2016

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