Sanogo-Transfer scheitert wegen vier Minuten

Der Hamburger SV und der Deadline-Day - es mutiert so langsam zu einer Never-Ending-Story. Schon wieder scheitert ein Transfer nur aufgrund von wenigen Minuten. Von Markus Schulze

Die Geschichte rund um das Trio Eric Maxim Choupo-Moting, 1. FC Köln und Hamburger SV dürfte allen Fußballfans bekannt sein. Zur Rückrunde der Saison 2011 sollte Choupo-Moting von den Nordlichtern zu den Rheinländern wechseln. Der Transfer scheiterte allerdings an einem defekten Faxgerät. Die notwendigen Unterlagen gelangten erst um 18.13 Uhr, dreizehn Minuten zu spät, bei der DFL und somit war der angedachte Wechsel nichtig.

 

Sanogo-Transfer scheitert an DFL-Deadline

 

Fünf Jahr später sollte sich die Geschichte wiederholen. Dieses Mal in den Hauptrollen: der Hamburger SV, die Young Boys Bern und Sekou Sanogo. Das verstaubte Faxgerät wurde durch eine neumodische eMail ersetzt.

 

Nach dem Transfer von Josip Drmic von Borussia Mönchengladbach am Montagmorgen war der HSV auch an Sekou Sanogo, Mitteldelfspieler der Young Boys Bern interessiert. Der 26-Jährige absolvierte sogar den Medizincheck bei den Hanseaten und bestand diesen auch. Die beiden Vereine einigten sich laut dem Hamburger Abendblatt am späten Nachmittag. Einem Transfer stand also eigentlich nichts mehr im Wege. Eigentlich. Wäre da nicht diese unsägliche Deadline der DFL, die um 18 Uhr ausläuft.

Schuldfrage immer noch nicht geklärt

 

"Es gilt klarzustellen, dass heutzutage keine Vertragsunterlagen mehr gefaxt werden", stellte HSV-Sportdirektor Peter Knäbel auf der vereinseigenen Homepage klar und schob die Schuld direkt in Richtung Schweiz: "Leider wurden die für den Transfer erforderlichen Dokumente in Bern zu spät versendet und erreichten uns nach 18 Uhr."

 

Das wollten sich die Eidgenossen aber nicht gefallen lassen. Laut der Schweizer Tageszeitung Blick soll dem HSV die endgültige Fassung des Vertrages um 17.51 Uhr zugemailt worden sein. Die Mail kam aber erst um 18.04 an, vier Minuten zu spät. Der Transfer damit geplatzt.

 

Welcher Verein letztendlich für diesen Fauxpas verantwortlich ist, wird sich wahrscheinlich nicht mehr klären. Klar ist aber, dass die leidtragende Partei eindeutig der Spieler ist. In diesem Fall Sekou Sanogo.

(ms). Was wäre solch ein Deadline Day ohne den HSV?#HSV #Sanogo #DeadlineDay

Posted by Spiel, Satz und Tor on Dienstag, 2. Februar 2016

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