Australian Open: Überraschung perfekt! Kerber im Halbfinale!

Angelique Keber steht im Halbfinale der Australian Open. Im Viertelfinale setzte sich die Kielerin dank einer überragenden Leistung gegen Angstgegnerin Victoria Azarenka durch. Von Markus Schulze

Der Schläger fiel zu Boden, beide Fäuste zusammengeballt und der Blick in Richtung Trainer Torben Beltz. In der Freude von Angelique Kerber lag etwas Ungläubiges, doch sie hatte es tatsächlich geschafft. Die Kielerin bezwang in ihrer Viertelfinal-Partie die Weißrussin Victoria Azarenka in zwei Sätzen mit 6:3 und 7:5. Im siebten Aufeinandertreffen beider Spielerinnen war es der erste Sieg für Kerber.

 

"Habe mein Ding vom ersten Punkt an durchgezogen"

 

"Ich habe sehr gut gespielt, habe mein Ding vom ersten Punkt an durchgezogen", zeigte sich Kerber in der anschließenden Pressekonferenz hochzufrieden. In der Tat - die Leistung der 28-Jährigen hat das Prädikat "Weltklasse" verdient. Der Start in das Match war famos. Mit 4:0 lag Kerber im ersten Satz bereits vorne, ehe Azarenka drei Spiele hintereinander gewinnen konnte und sogar drauf und dran war, sich das vierte zu sichern. Umso wichtiger sei das 5:3 gewesen, so die aktuell beste deutsche Tennisspielerin. "Nach dem 4:3 spielten die Nerven bei mir eine Rolle, ich habe das gespürt." Auch das letzte Spiel ging an Kerber, sodass der erste Satz nach 48 aufregenden Minuten sein Ende fand.

Die Freude war groß - Angelique Kerber ist die erste deutsche Halbfinalteilnehmerin seit 1998. Damals stand Anke Huber in der Runde der letzten Vier.

Im zweiten Satz sah alles nach dem großen Comeback von Victoria Azarenka aus. Die Weißrussin lag bereits mit 5:2 vorne, schaffte es aber nicht einen ihrer fünf Satzbälle zu verwandeln.

 

Guter Aufschlag und aggressives Spiel Schlüsses zum Erfolg

 

Kerber kämpfte wie eine Löwin um den schon verloren geglaubten zweiten Satz und sollte dafür belohnt werden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten fand die Weltranglistensechste wieder zu ihrem Spiel zurück. Ein guter Aufschlag sowie der aggressive Stil seien wohl der Schlüssel zum Erfolg gewesen, analysierte die 28-Jährige. Mit der Gewissheit, nach dem 2:5 nichts mehr verlieren zu können, spielte Kerber befreit auf und landete einen starken Punkt nach dem anderen. Die plötzliche Wiederauferstehung zeigte auch bei Azarenka Wirkung, die ungewohnt viele Fehler in ihr Spiel einbaute.

 

Die nächsten vier Spiele gingen allesamt an die Deutsche. Nach 1:44 Stunden hatte Kerber ihren ersten Matchball. Eine Entwicklung, mit der kein Zuschauer mehr in der Rod Laver Arena gerechnet hätte. Der Volley von Azarenka landete im Netz und die Überraschung war somit perfekt. Mentalitätsbestie Angelique Kerber steht in der Runde der letzten Vier.

Sieg eins gegen Angstgegnerin Azarenka

 

Für die deutsche Nummer eins war dies ein ganz besonderer Moment. Im siebten Anlauf setzte sich Kerber zum ersten Mal gegen Azarenka durch. "Das ist ein sehr gutes Gefühl", offenbarte die Halbfinalistin in der Pressekonferenz. Zuletzt trafen sich die beiden Damen Anfang des Jahres im Finale des Brisbane International. Damals ging die Weißrussin nach zwei Sätzen als Siegerin vom Court. Dieses Mal hat Kerber den Spieß umgedreht.

 

Im Halbfinale wartet Johanna Konta aus Großbritannien. Die 24-Jährige setzte sich in ihrem Match gegen die Chinesin Zhang Shuai in zwei Sätzen mit 6:4 und 6:1 durch. Konta, aktuell noch auf Platz 47 in der WTA-Weltrangliste, ist ungesetzt und geht als Außenseiterin in das Duell mit Kerber. "Es ist egal, gegen wen ich im Halbfinale spiele. Jeder, der noch dabei ist, hat fünf starke Matches absolviert. Ich werde versuchen, mich nur auf mein Spiel zu fokussieren", will die Deutsche ihre Kontrahentin auf keinen Fall unterschätzen. Die Britin dürfte auch einen Großteil des Publikums auf ihrer Seite haben. Konta wurde 1991 in Sydney geboren.

 

Eine gefühlte Australierin im Finale der Australian Open wäre wohl ein Traum für die meisten Fans.

 

(ms). Wie geil ist das denn?! Angelique Kerber schlägt Victoria Azarenka einfach mal in zwei Sätzen und steht im...

Posted by Spiel, Satz und Tor on Mittwoch, 27. Januar 2016

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