Sepp Blatter auf der PK - Zitate aus einer scheinbar anderen Welt

Die Fifa-Ethikkommission hat Sepp Blatter und Michel Platini für acht Jahre gesperrt. Der scheidende Fifa-Präsident möchte dieses Urteil nicht akzeptieren. Das hat er auf einer denkwürdigen Pressekonferenz klar gemacht. Von Sebastian Koch

"Es ist kein guter Tag für mich und die Fifa"

 

"Die Kommission hat kein Recht, den Präsident der Fifa zu sperren. Der kann nur vom Kongress abgesetzt werden."

 

"Ich stelle mir die Frage, weshalb die Medien vor mir vom Urteil erfahren haben"

 

"Ich bin eine Art Boxsack"

 

"Ich entschuldige mich dafür, dass ich für den Fußball und die Fifa diese Art Boxsack bin"

 

"Es tut mir leid, wie ich in dieser Welt von Menschlichkeit gesehen werde"

 

"Ich bezeichne die Fifa-Ethikkommission als ein Tribunal"

 

"Michel Platini stand aufgrund eines Vertrages noch eine Zahlung zu. Das haben wir auch dem Tribunal so klar gemacht"

 

"Der Vertrag mit Platini wurde von der Uefa auf zwei Exko-Treffen bestätigt und mitgetragen"

 

"Wir haben Beweise, dass nicht nur Platini und ich von dem Vertrag wussten"

 

"Ich musste 2011 gar keine Stimmen von der Uefa kaufen. Warum hätte ich Stimmen kaufen sollen? Sie, die Journalisten, können die Geschichte der Fifa nicht verändern."

 

"Es gab für mich keine Notwendigkeit Stimmen zu kaufen"

 

"Gegen diese Anschuldigungen (siehe oben/Anm. d. Red.) werde ich vorgehen und kämpfen. Für mich. Für die Fifa"

 

"Ich bin acht Jahre gesperrt. Acht Jahre! Für was?"

 

"Die Ethikkommission sagt, es sei nicht relevant, was Platini und ich gesagt haben. Deswegen werden wir kämpfen."

 

"Ich werde weitermachen. Wir werden zum Cas gehen und natürlich auch das schweizerische Rechtssystem einschalten."

 

"Für acht Jahre Sperre muss ich schon etwas schwerwiegendes gemacht haben. Und ich glaube nicht, dass ich das gemacht habe."

 

"Die Entscheidung hat mich sehr getroffen."

 

"Mein familiäres und befreundetes Umfeld wurde in den letzten Monaten gemobbt und das Image der Fifa beschädigt. Und das muss verurteilt werden."

 

"Uns wurde eine lebenslange Sperre angedroht. Das ist nun nicht eingetreten, doch es zeigt, dass in diesem System etwas falsch läuft."

 

"Ich muss nun für Gerechtigkeit kämpfen."

 

"Die Fifa läuft im Moment gut und ich möchte dem FC Barcelona zur Klub-Weltmeisterschaft gratulieren."


Bild mit Symbolcharakter: Das Urteil der Fifa ist für Sepp Blatter eine schallende Ohrfeige. Der Schweizer kündigte an, für die Gerechtigkeit weiter kämpfen zu wollen. 

 

Bild: Screenshot Live-Übertragung Sky Sport News HD


Zitate auf die Fragen der Journalisten:

 

"Um den Präsidenten abzuwählen, muss der den Kongress zunächst eröffnen und leiten. Das kann ich nicht mehr."

 

"Das Urteil ist eine Schande"

 

"Ich werde weiterhin mein Motto leben: Nehme nie Geld, das dir nicht gehört, und zahle deine Schulden zurück."

 

"Ja, man kann sagen, dass ich mich von der Fifa betrogen fühle."

 

"Ich bin der scheidende Präsident und habe Verantwortung übernommen. Aber wenn man möchte, dass ich Verantwortung übernehme, darf man mich nicht suspendieren. Ich  habe für mein Handeln ja schon Verantwortung übernommen. Das kann ich nun aber nicht mehr."

 

"Es ist eine Frage des Respekts gegenüber Michel Platini und mir. Ich spüre, dass wir grundlos verurteilt worden sind."

 

"Ich bin jetzt nicht mehr traurig sondern kämpferisch. Wir kämpfen. Auch für die Fifa. Ich bin der gewählte Präsident und habe meine Rechte. Ich glaube an mich. Ich glaube an die sportlichen Instanzen der Fifa, des Cas' und des internationalem Recht. Ich werde am 26. Februar den Kongress als Präsident leiten."

 

"Am Ende der Weltmeisterschaft in Brasilien hätte ich zurücktreten sollen. Ich habe es nicht gemacht, weil Platini nicht Präsident werden wollte und die Konföderationen mich gebeten haben zu bleiben."

 

"Den Fifa-Präsidenten zu suspendieren und ihm zu verbieten, in ein Stadion zu gehen, ist falsch. Spieler und Trainer kann man sperren. Aber den Fifa-Präsidenten? Das ist eine absolut falsche Entscheidung und nicht in Ordnung."

 

"Ich bin kein Lügner."

 

"Ich kann nur wiederholen, dass ich nie etwas mit Geld gekauft habe. Was hätte ich denn auch kaufen sollen? Stimmen aus Europa? Die habe ich doch sowieso bekommen."

 

"Die Fifa wollte Platini und mir übel mitspielen."

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