Fontaine fordert EM-Verzicht

Der ehemalige Weltklasse-Stürmer sorgt sich um die Sicherheit während des Turniers. Das französische Nationalteam tritt gegen England auch mit zwei Spielern im Kader an, deren Angehörigen von den Anschlägen betroffen waren. Von Sebastian Koch

In der Debatte um die Sicherheitslage während der Europameisterschaft 2016 in Frankreich hat sich nun erstmals ein prominenter Sportler eingeschaltet - und einen Verzicht von Frankreich auf die Austragung der Endrunde gefordert: Just Fontaine habe "große Angst davor, dass sich der schwarze Freitag wiederholt", sagte der ehemalige Stürmer in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt

 

Fontaine erzielte bei der Weltmeisterschaft 1958 13 Tore und hält damit nach wie vor die Bestmarke. Nun denkt der 82-Jährige, dass sein Heimatland "auf das Championat verzichten" solle. "Jedes andere Land kann das Championat ausrichten, nur nicht wir." Nach den Terroranschlägen während des Länderspiels zwischen Frankreich und Deutschland (2:0) könne das Land während der Titelkämpfe vom 10. Juni bis 10. Juli nicht die Sicherheit garantieren, die es brauche, um eine solche Veranstaltung auszurichten, denkt Fontaine. 

Macht sich Sorgen um die Sicherheit während der EURO: Just Fontaine.

Griezmann und Diarra im Kader


Derweil versucht die französische Nationalmannschaft ein Stück weit zur Normalität zurückzukehren. Die 'Equipe Tricolore' wird am Dienstag zum Länderspiel in London gegen England antreten, gab der Verband bekannt. Britische Sicherheitsbehörden behalten sich zur Stunde jedoch noch eine Absage des Klassikers aus sicherheitsrelevanten Aspekten vor.


Im Kader der Nationalmannschaft stehen auch Lassana Diarra und Antoine Griezmann, die von den Anschlägen betroffen waren. Unter den 129 Todesopfern war eine Cousine Diarras, die Schwester von Griezmann entkam in der Konzerthalle Bataclan nur knapp dem Tod.   


Gerald Asamoah vor seinem Abschiedsspiel 




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