Unsere Gedanken sind in Frankreich

Der Sport im Hintergrund, der Terror im Vordergrund. So soll es nicht sein, und doch war es am Freitagabend genau so. Die Terrorserie in Paris während des Länderspiels der deutschen Nationalmannschaft wirft einen großen, dunklen Schatten auf die anstehende EM. Von Sebastian Koch

"Was als Fußballfest begann, endete in einem Inferno des Terrors." Die Worte des sichtlich mitgenommenen Bundesaußenministers, Frank-Walter Steinmeier (SPD), brennen sich in unsere Gehirne ein. Das Länderspiel in Paris zwischen Frankreich und Deutschland (2:0) geriet gestern nicht nur zur Nebensache, sondern in einen derartigen Hintergrund, wie es wohl selten mit einem Spiel einer deutschen Nationalmannschaft geschehen ist.


Offiziellen Meldungen am Samstagmorgen fielen der Terror-Nacht 127 Menschen zum Opfer, andere Meldungen gehen sogar von mehr als 150 Toten aus. Es gibt zahlreiche Verletzte, die Lage in Frankreichs Hauptstadt war lange Zeit unübersichtlich. Auch im Stadion herrschte nach dem Abpfiff Chaos.


Bereits während des Spiels waren im "Parc de Princes" Detonationen zu hören (im Video). Der Boden habe gebebt, kommentierte ARD-Moderator Matthias Opdenhövel die Situation. Wie im Verlauf der Nacht bekannt wurde, planten die Terroristen auch ins Stadion zu kommen. Dazu kam es, Gott sei Dank, nicht.    



Sicherheitsdebatte um EM

Nach Abpfiff durften nur wenige Zuschauer das Stadion verlassen, zehntausende wurden festgehalten - für ihren persönlichen Schutz. Vereinzelt brach Panik aus, Zuschauer stürmten in den Innenraum des Stadions. Um eine Massenpanik zu vermeiden, wurde das Spiel zu Ende gespielt und nicht abgebrochen. Es war die wohl richtige Entscheidung.


Bereits am Freitagnachmittag hatte das DFB-Team das Hotel wegen eines Bombenalarms verlassen müssen. Ein Fehlalarm, wie sich herausstellte. Und doch erscheint dieser nach den Ereignissen in einem anderen Licht. Nach dem Abpfiff herrschte bei den Spielern "eine große Angst und Verunsicherung", berichtete Team-Manager Oliver Bierhoff.

 

Die Mannschaften verbrachten die Nacht in den Katakomben der Nationalarena. Am Morgen wurde das DFB-Team ausgeflogen, befindet sich mittlerweile in Frankfurt/Main. Ob "Die Mannschaft" am kommenden Dienstag zum Spiel gegen die Niederlande antreten wird, ist noch offen. Wie "Phoenix" berichtet, habe sich ein Großteil des Teams bei einer Abstimmung für eine Absage des Länderspiels in Hannover ausgesprochen. DFB-Präsident Reinhard Rauball sprach sich dagegen gegen eine Absage ab. 

 

Er war den ganzen Abend über die schrecklichen Ereignisse jenseits des weiten Runds informiert. Neben Steinmeier auf der Tribüne sitzend, bekam er die Nachrichten aus der Stadt mit. "Da war schnell klar", sagte Rauball später, "dass an einem solchen Tag der Sport eindeutig in den Hintergrund tritt. Ich hoffe, dass die richtigen Schlüsse gezogen werden, gerade im Hinblick auf das große Fest, das nächsten Sommer in Frankreich stattfinden soll."

 

Der kommissarische Verbandspräsident lenkte damit den Blick auf die Europameisterschaft. Plötzlich ist die Angst vor einem Terrorakt während der Kontinentalkämpfe in Frankreich allgegenwärtig. Dem Staat steht eine Sicherheitsdebatte bevor, die die vor den vergangenen Weltmeisterschaften in Südafrika und Brasilien um einiges übersteigen dürfte. Nicht soziale Unruhen oder eine hohe Kriminalitätsrate werden die Hauptaspekte in diesen Debatten sein - Frankreich steht, nicht erst seit gestern, im Fokus des internationalen Terrorismus.  

Reaktionen


Der DFB verhängte für seine Spieler indes eine Sperre für Äußerungen über soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter. Dennoch haben sich Spitzensportler; Nationalspieler, die für das Spiel in Paris nicht berücksichtigt wurden; und Bundesliga-Vereine geäußert. 










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