Uefa unterstützt Kandidatur von Infantino

Der europäische Fußballverband hat sich kurz vor Fristende auf einen im Fifa-Korruptionsskandal bislang unbelasteten Präsidentschaftskandidaten geeinigt. Von Sebastian Koch

Der europäische Fußballverband Uefa wird bei der Fifa-Präsidentschaftswahl am 26. Februar die Kandidatur ihres aktuellen Generalsekretärs, Gianni Infantino, unterstützen. Das gab der Verband am Montagnachmittag in einer Pressemitteilung bekannt.

 

"Wir glauben, dass Gianni Infantino über sämtliche Qualitäten verfügt, um die bevorstehenden, großen Herausforderungen zu meistern und die Reformen auf den Weg zu bringen, die für die Wiederherstellung der Integrität und Glaubwürdigkeit der FIFA notwendig sind", hieß es in der Stellungnahme, in der die Suspendierung des aktuellen Uefa-Präsidenten, Michel Platini, nicht erwähnt wurde. 

Nimmt er bald auf dem Stuhl des Fifa-Präsidenten Platz? Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino bewirbt sich für das höchste Amt im Fußball.

Wohl keine Chance mehr für Platini

 

Der 45 Jahre alte Schweizer ist seit Oktober 2009 Generalsekretär der Uefa und tritt als solcher vor allem im Rahmen von Champions-League-, Europa-League- oder Europameisterschaftsauslosungen in Erscheinung. Der Jurist spricht fließend Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch. Infantino gilt im Korruptionsskandal von Fifa, Uefa und DFB als bislang unbelastet und ist zudem Mitglied in der Reformkommission des Weltverbandes.

 

Durch die Kandidatur Infantinos und deren breiten Unterstützung sind die Präsidentschaftschancen für Platini auf ein Minimum gesunken. Anscheinend glaubt bei der Uefa niemand mehr daran, dass der Franzose überhaupt antreten kann. Jeder Bewerber muss sich vor der Wahl einem Integritäts-Check unterziehen. Nach aktuellem Stand wäre es eine Überraschung, wenn der im Zuge des Korruptionsskandals suspendierte Platini diesen bestehen würde.



Neben Infantino und Platini haben bisher auch der bahrainische Scheich Salman bin Ibrahim Al Chalifa, der liberische Verbandspräsident Musa Bility, Prinz Ali bin al-Hussein aus Jordanien, der ehemalige Profi David Nakhid aus Trinidad und Tobago, der frühere Fifa-Generalsekretär Jérôme Champagne und der Südafrikaner Tokyo Sexwale ihre Kandidatur eingereicht. Um Mitternacht endet die Bewerbungsfrist für die Nachfolge des momentan ebenfalls suspendierten Sepp Blatter, der interimistisch von Issa Hayatou aus dem Kamerun vertreten wird.


Die Erklärung der Uefa im Wortlaut:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0