Medien: Klopp heute in Liverpool erwartet

Die Suche nach dem neuen Coach des FC Liverpool könnte wohlmöglich bald beendet sein. Mehrere englische Medien vermelden, dass Jürgen Klopp heute auf der Insel ankommen soll. Von Markus Schulze

Insel statt Ruhrpott? Mehreren englischen Medien zufolge steht Jürgen Klopp kurz vor einer Einigung mit dem FC Liverpool.
Foto: von Tim.Reckmann (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Es scheint sich also zu bewahrheiten. Die Traumbeziehung aller Fußballromantiker auf unserem Planeten steht kurz vor der Bekanntgabe. Jürgen Klopp, einer der wohl emotionalsten Trainer, findet nach Borussia Dortmund sein nächstes Äquivalent. Der 48-jährige Fußballlehrer soll in Liverpool die Nachfolge des entlassenen Brendan Rodgers antreten. Dafür würde Klopp, so berichteten mehrere Medien, sein eigentlich auf ein Jahr angelegtes Sabbatical abbrechen.


Ancelotti und de Boer machen den Weg frei


Der Weg für den gebürtigen Stuttgarter wäre frei. Seine zwei Hauptkonkurrenten haben sich selbst aus dem Rennen verabschiedet. Carlo Ancelotti, der bereits mit dem FC Chelsea London die Premier League gewinnen konnte, genießt aktuell seine Auszeit und wäre erst „ab nächster Saison bereit“ eine Mannschaft zu übernehmen.


Auch Frank de Boer dementierte niederländischen Medien gegenüber einen Wechsel an den Mersey. „Mit ihren Fans im Rücken sind Liverpool und Newcastle natürlich eine fantastische Umgebung, um als Trainer zu arbeiten“, so de Boer, der sich in dieser Saison aber noch ganz auf Amsterdam fokussiert. „Dieses Jahr ist es mir aber wichtig gute Arbeit bei Ajax zu verrichten und dann schauen wir mal.“


Klopp ist quasi ohne Konkurrenz und es deutet alles auf eine Liaison zwischen ihm und dem FC Liverpool hin. Die Fans der Reds wollten sowieso zu keinem Zeitpunkt jemand anderen und auch die englische Presse freut sich schon auf den zweimaligen deutschen Meister. Kein Wunder, Klopp hat sich mit seiner charismatischen, extrovertierten Art, garniert mit einigen markigen Sprüchen, auch auf der Insel seinen Namen gemacht.

Das legendäre Anfield Stadium bietet Platz für 44.742 Zuschauer. Zwar nicht ganz so groß wie der Signal-Iduna Park, dennoch mit einzigartiger Atmosphäre.

Foto: von Eric The Fish from UK (Anfield Justice) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Bereits heute Einigung?


Die britische Rundfunkanstalt „BBC“ geht davon aus, dass Klopp heute in Liverpool eintreffen werde, um die Vertragsgespräche final abzuwickeln. Angeblich soll ein Kontrakt über die nächsten drei Spielzeiten im Raum stehen. „BBC“-Reporter Ben Smith schreibt sogar von einer Einigung am Donnerstag. Dazu könne es durchaus sein, dass die Verpflichtung Klopps bereits bekannt gegeben werde.


Einziges Problem: die Besetzung der Assistenzposten. Klopp möchte wohl Zeljko Buvac und Peter Krawietz mit an die Anfield Road nehmen. Beide gehörten schon bei Borussia Dortmund und dem FSV Mainz 05 zu seinem Team. Liverpool soll aber darauf bestehen, dass man weiter mit den bisherigen Co-Trainern Sean O'Driscoll und Gary McAllister arbeite.


Obwohl es noch zu keiner Einigung gekommen ist, wird in den englischen Medien schon heftig darüber diskutiert, wie Klopp mit dem aktuellen Kader arbeiten möchte. Die Nachrichtenzeitung „The Mirror“ berichtet, dass Klopp einen Platz unter den ersten vier in Aussicht gestellt hätte, sofern man den Kader im Januar minimal verstärke. Im Gegensatz dazu vermeldet „The Express“, dass Klopp erst einmal der aktuellen Mannschaft eine Chance geben möchte.


Löw: „Parallelen zwischen Dortmund und Liverpool“


Nach Felix Magath, der 2014 mit dem FC Fulham aus der Premier League abgestiegen war, wäre Jürgen Klopp der zweite deutsche Trainer in der höchsten englischen Spielklasse. Eine Konstellation, die sich viele Experten vorstellen können.


Darunter auch der aktuelle deutsche Nationaltrainer Joachim Löw. „Jürgen Klopp ist ein Trainer, der in Dortmund extrem erfolgreich war und unheimlich viele Emotionen geweckt hat. Rein aus der Ferne betrachtet, gibt es gewisse Parallelen zwischen Dortmund und Liverpool“, so der Bundestrainer am Mittwoch auf der Pressekonferenz vor dem Länderspiel gegen Irland. Für Mats Hummels, ehemaliger Spieler unter Klopp, wäre ein Engagement bei den Reds ebenfalls nicht abwegig: „Wenn man so nachgedacht hat, was er nach Borussia Dortmund machen würde, konnte man sich diesen Verein sehr gut für ihn vorstellen.“

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