CL: Roberto und Suarez verhindern Sensation

Bayer 04 Leverkusen hat die große Überraschung knapp verpasst. Im zweiten Gruppenspiel der Champions League unterlag die Truppe von Trainer Roger Schmidt dem FC Barcelona knapp mit 1:2 (1:0). Von Markus Schulze

„Heute musst du in Barcelona gewinnen. Heute kann man nicht nur, sondern man muss schon fast.“ Wenn Bayer Leverkusens Christoph Kramer nach dem zweiten Gruppenspiel in der Champions League gegen den FC Barcelona solch ein Fazit zieht, muss in den neunzig Minuten davor einiges passiert sein.


Papadopoulos lässt ter Stegen schlecht aussehen


In der Tat – Bayer präsentierte sich mutig gegen den scheinbar übermächtigen Gegner, die ohne ihren Superstar Lionel Messi auskommen mussten. Übertriebener Respekt oder gar Angst vor den restlichen Superstars? Fehlanzeige. Die Werkself blieb ihrem System treu, stellte sich nicht hinten rein.


Der Mexikaner Javier Hernandez hatte bereits nach 67 Sekunden die Führung für den Bundesligisten auf dem Fuß, aber Marc-André ter Stegen konnte gerade noch so klären. Auch beim 1:0 für Leverkusen sollte der deutsche Nationaltorhüter im Mittelpunkt stehen.


Eine scharfe Ecke von Hakan Calhanoglu in den Fünfmeterraum der Katalanen köpfte Innenverteidiger Kyriakos Papadopoulos aus kurzer Distanz in die Maschen. Die Verteidigung des Titelveretidigers rund um ter Stegen, Jérémy Mathieu und Luis Suarez sah dabei überhaupt nicht gut aus. Die größte Chance zum Ausgleich vor dem Halbzeitpfiff hatte Neymar, doch sein Schuss wurde von Jonathan Tah an den Pfosten gelenkt. Der Nachschuss von Messi-Vertreter Sandro Ramirez wurde von Papadopoulos auf der Linie geklärt (39.).










Er machte ein ganz starkes Spiel. Karim Bellarabi stellte die katalanische Abwehr vor einige Probleme.


Foto: By Вячеслав Евдокимов (fc-zenit.ru) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Chicharito vergibt mögliche Vorentscheidung


„Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht. Am Schluss war leider etwas die Kraft weg und eine Mannschaft wie Barcelona nutzt das natürlich direkt aus“, zog der starke Karim Bellarabi nach der Begegnung ein passendes Fazit. Bellarabi war es auch, der im März 2012 beim 1:7-Debakel der Leverkusener in Barcelona den Ehrentreffer erzielte.


Die größte Chance auf eine mögliche Vorentscheidung vergab Hernandez direkt nach der Halbzeit. Der Mexikaner schoss den Ball aus elf Metern nach überragender Vorarbeit von Bellarabi allerdings nur in den katalanischen Nachthimmel. „Wir hätten nochmal mehr Luft bekommen und dann gewinnst du wahrscheinlich das Spiel“, ärgerte sich Kramer nach der Partie über die vergebene Großchance.


Doppelschlag schockt Bayer


Ein bisschen mehr Luft hätte der Mannschaft von Trainer Roger Schmidt sicherlich gut getan. Die Kräfte ließen bei Bayer, ob der intensiven Spielweise deutlich nach. Barcelona übernahm das Kommando und kam zehn Minuten vor Schluss durch Sergi Roberto zum Ausgleich. Luis Suarez zerstörte wenige Sekunden später endgültig die Hoffnungen auf einen Leverkusener Punktgewinn. Seine sehenswerte Direktabnahme ließ Bernd Leno im Tor keine Chance (82.).


„Am Ende war die Kraft nicht mehr da für uns, noch mal zurückzukommen. Wir hatten das vierte Spiel in zehn Tagen“, erklärte Roger Schmidt. So blieb es beim 2:1 für die Katalanen, die sich allerdings nicht mit viel Ruhm bekleckert haben. Bezeichnend dafür: direkt nach Abpfiff der Partie feierten die Fans im Camp Nou nicht die Mannschaft auf dem Rasen, sondern den verletzten Messi.

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