Pfiffe gegen König Felipe: Geldstrafen für Barca und Bilbao

Weil der spanische König Felipe VI. im Finale des Copa del Rey (dt. Königspokal) ausgepfiffen wurde, sind der FC Barcelona und Athletic Bilbao zu hohen Strafen verurteilt worden. Von Sebastian Koch

Dass der spanische Fußball mehr als nur Sport auf allerhöchstem Niveau ist, ist bekannt. Und so war es nicht überraschend, dass König Felipe VI. bei seinem traditionellen Besuch des Pokal-Finals am Ende der vergangenen Saison in Barcelona nicht unbedingt der beliebteste Zuschauer im weiten Rund des Camp Nou war. Schließlich standen sich mit dem FC Barcelona und Athletic Bilbao die beiden größten Vereine jener Regionen gegenüber, die seit Jahren auf eine Abspaltung vom Königreich pochen - Katalonien und das Baskenland. 

 

Felipe VI. ist als spanischer König naturgemäß gegen eine Abspaltung der wirtschaftlich starken Regionen, erklärte ein Unabhängigkeitsreferendum der Katalanen zu Beginn seiner Regentschaft für ungültig. Dass der spanischen Königsfamilie außerdem eine gewisse Nähe zu Real Madrid nachgesagt wird, linderte die angespannte politische Atmosphäre im Camp Nou ebenfalls nicht.

 

Ein heftiges Pfeifkonzert gegen Felipe VI. und während der spanischen Nationalhymne waren die Folge. Beides kommt den Finalisten nun teuer zu stehen.

Gute Miene zum bösen Spiel: König Felipe VI. beklatscht die Barca-Idole Xavi und Iniesta zum Pokalgewinn. Zuvor wurde das Staatsoberaupt ausgepfiffen.

"Bühne für politische Botschaften"

 

Das spanische Sportgericht verurteilte den FC Barcelona zu einer Geldstrafe in Höhe von 66.000 Euro. Der unterlegene Kontrahent aus Bilbao muss knapp 18.000 Euro zahlen, während auch der spanische Fußballverband als Ausrichter mit sogar 123.000 Euro sanktioniert wurde. 

 

Die Sportveranstaltung "wurde in eine Bühne für politische Ansprüche" verwandelt, begründete das Gericht die Urteile, welches von Politikern in Madrid begrüßt wurde. "Millionen Spanier sahen, wie sehr wichtige Symbole des Staats von Tausenden im Stadion angegriffen wurden. Es hätte alles unternommen werden müssen, um das zu verhindern", analysierte Miguel Cardenal, Staatssekretär für Sport, jene Vorgänge am 30. Mai.

 

Der FC Barcelona kündigte bereits unmittelbar nach dem "ungerechten und inakzeptablen" Urteil an, gegen dieses Einspruch einzulegen. So wolle der Verein für die "Meinungsfreiheit seiner Mitglieder" eintreten.

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