Rummenigges Tanz auf der Rasierklinge

Der wahrscheinliche Verkauf Schweinsteigers zeigt einmal mehr, wie sehr sich der Verein und insbesondere Karl-Heinz Rummenigge auf Trainer Pep Guardiola fixiert hat. Für den Vorstandsvorsitzenden ein Zustand, der gefährlich werden kann. Von Sebastian Koch

Bastian Schweinsteiger unmittelbar vor dem Wechsel, Thomas Müller ebenfalls umworben und ein Pep Guardiola, der über seine Zukunftspläne schweigt. Keine Frage, bislang war es das Sommerloch, das Gerüchte rund um die Säbener Straße hochkochen ließ. Seit gestern Abend scheinen aus diesen, zumindest um die um Schweinsteiger, Realität geworden zu sein. Die Entwicklung beweist, dass der spanische Star-Trainer und der Verein ein Spiel mit hohem Einsatz und ungewissem Ausgang spielen.

 

Guardiola weiß, dass er der wahrscheinlich aktuell mächtigste Vereinstrainer der Welt ist. Sein Vorstandsvorsitzender, Karl-Heinz Rummenigge, tut seit zwei Jahren alles, um ihm jeden Wunsch zu erfüllen. Sport-Vorstand Matthias Sammer ist eine starke Persönlichkeit, doch im Verein gegen den Einfluss des Katalanen wohl ebenfalls machtlos. 

 

Und so verwundert es nicht, dass der Verein insbesondere in der 'Causa Schweinsteiger' mehr als unglücklich agiert hat. 'Wenn er wechseln will, werden wir ihn nicht aufhalten', war der allgemeine Tenor von Rummenigge & Co. Wohlgemerkt nicht von Guardiola. Der hat sich im 'Fall Schweinsteiger' seit Wochen und Monaten weitgehend den Mantel des Schweigens umgelegt.


Selbst dann, als sich Schweinsteiger vor wenigen Tagen offensichtlich zum FC Bayern bekannt hatte, schwieg der Trainer - und vermied die Rückendeckung, die sein Vize-Kapitän und Publikumsliebling erwartet (und verdient) hat. Der bevorstehende Wechsel zu Manchester United wäre deshalb ein sportlich logischer und nachvollziehbarer Schritt.

Wohin zeigt Guardiola? Während der Bayern-Trainer selbst über seine Zukunft schweigt, müssen verdiente Spieler und )Persönlichkeiten wie Toni Kroos, Bastian Schweinsteiger oder auch Dr. Müller-Wohlfarth den Verein verlassen ...

Rummenigge am Ende mit leeren Händen?

 

Verlässt die Vereinsikone Schweinsteiger den Rekordmeister, verliert der Verein ein ganz großes Stück des viel gelobten "Bayern-Gens". So steht Guardiola mehr denn je unter Druck: Denn den Verkauf des "Fußballgotts", wie Schweinsteiger von der Münchner Südkurve gehuldigt wird, kann er den Fans nur mit dem Triple-Gewinn am Ende der kommenden Saison erklären.

 

Zumal Guardiola bislang selbst ein klares Bekenntnis zum Verein über die Saison hinaus vermieden hat. Sein Vertrag endet 2016. Was dann sein wird, ist ungewiss. 

 

Rummenigge muss sich bei seinem "Bloß-nicht-gegen-Guardiola"-Spiel bewusst sein, dass er kommende Saison im Fall des Falles auch auf Guardiola verzichten muss - und auf Schweinsteiger.

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