Hakenkreuz-Skandal: Droht Kroatien das EM-Aus?

Beim Qualifikationsspiel in Split war ein Hakenkreuz auf dem Rasen zu erkennen.

Von Sebastian Koch


Das am Freitagabend ausgetragene EM-Qualifikationsspiel zwischen Kroatien und Italien (1:1) wurde von einem schweren Zwischenfall überschattet: Beim Geisterspiel in Split war auf dem Rasen ein großes Hakenkreuz zu erkennen. 


Als das Flutlicht anging, zierte das NS-Symbol das Spielfeld - und konnte auch in der Halbzeitpause von Stadionmitarbeitern nicht beseitigt werden. Der italienische Verband reichte umgehend eine Beschwerde bei der UEFA ein. Die Kroaten mussten ihr Heimspiel ohne Zuschauer austragen, da kroatische Fans bereits Ende März bei der Partie gegen Norwegen durch rassistische Äußerungen aufgefallen waren.

Das deutlich erkennbare Hakenkreuz auf dem Rasen konnte nicht beseitigt werden.

Kroatische Medien fürchten Disqualifikation


Wie das Symbol auf das Spielfeld kam, ist unklar. Tomislav Paclak, Sprecher des kroatischen Fußballverbandes HNS, vermutet einen Anschlag hinter dem Skandal: "Soweit wir informiert sind, wurde eine chemische Substanz zwischen 24 und 48 Stunden vor dem Spiel auf den Rasen aufgetragen, damit das Symbol erst während der Partie zu sehen ist. Es handelt sich eindeutig um Sabotage und ein Verbrechen." 


Kroatiens Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic sprach davon, dass das "Ansehen aller Kroaten unermesslich beschädigt wurde." Unterdessen spekulieren kroatische Medien, dass der neuerliche Eklat das EM-Aus für den Tabellenführer der Gruppe H bedeuten könnte. "Der Unsinn von ein paar Idioten kostet uns die EM", vermutet zum Beispiel die Zeitung "24Sata".

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