"Die Erlösung ist groß" - Deutsche U19 sichert sich EM-Qualifikation

Die deutsche U19-Nationalmannschaft hat sich für die Europameisterschaft 2015 in Griechenland qualifiziert. Im badischen Walldorf schlug die Mannschaft von Trainer Marcus Sorg Tschechien deutlich mit 6:0 (2:0). Dabei profitierte die DFB-Auswahl vom Patzer der Slowaken, die zeitgleich nur 2:2 gegen die bereits ausgeschiedenen Iren spielten.

Die Erlösung ist natürlich groß. Wir haben einfach bis zu letzten Minute Gas gegeben und so viele Tore wie möglich gemacht“, gab ein sichtlich erleichterter Jonathan Tah nach dem Spiel zu. Seine Mannschaft hatte kurz zuvor ihre schwere Aufgabe mit Bravour gelöst. Mit einem deutlichen 6:0 fegten die Jungs von Trainer Marcus Sorg die tschechische Auswahl aus dem Walldorfer Astoria-Stadion. Da die Slowaken zeitgleich nur 2:2 gegen Irland gespielt hatten, reichte das Ergebnis am Ende locker zur EM-Qualifikation.


Sorg stellt seine Mannschaft um


Die Konstellation vor Beginn der Partie war denkbar ungünstig für die Truppe von Sorg. Mit vier Zählern auf der Habenseite führte man die Tabelle mit den punktgleichen Slowaken an. Allerdings sprach das um zwei Treffer schlechtere Torverhältnis gegen die DFB-Auswahl. Damit war klar – die Deutschen benötigten auf jeden Fall viele Treffer, um sich noch Chancen auf das Endturnier in Griechenland auszurechnen.


Im Vergleich zum Spiel gegen Irland am Samstag stellte Sorg seine Mannschaft auf mehreren Position um. Kapitän Tah kehrte nach abgesessener Gelbsperre wieder zurück in die Innenverteidigung. Auch Jonas Föhrenbach, Lucas Cueto und Devante Parker rutschten nach ihren guten Leistungen in die Startelf. Dafür mussten Gianluca Gaudino, Boubacar Barry und Niko Kijewski mit einem Platz auf der Bank vorliebnehmen. Schalkes Thilo Kehrer pausierte verletzt. Für ihn rückte Marco Hingerl vom FC Bayern München in den Kader nach.


Pünktlich zum Anpfiff machte sich in Walldorf auch Sturmtief „Niklas“ deutlich bemerkbar. Orkanartige Böen und immer wieder einsetzender Regen sorgten für ungemütliche Verhältnisse auf dem Platz. Die deutsche Elf ließ sich davon allerdings nicht bremsen und startete mit viel Wind in den Segeln. Wie in den Spielen zuvor störte die deutsche Auswahl den Gegner früh und ließ den Ball sicher durch die eigenen Reihen laufen. Torchancen waren in der Anfangsviertelstunde allerdings Mangelware.










War ebenfalls über 90 Minuten ein Aktivposten - Trainer Marcus Sorg trieb seine Mannschaft immer wieder an und wurde dafür belohnt. Im Sommer geht es für die deutsche U19 zur Europameisterschaft nach Griechenland.

Sané dreht auf


Die 1.000 Zuschauer mussten sich 20 Minuten auf die erste gefährliche Aktion der Deutschen gedulden. Das Warten sollte sich dann aber gleich doppelt lohnen. Leroy Sané, der auffälligste Mann auf dem Platz, zog aus spitzem Winkel ab und besorgte die deutsche Führung. Auch am zweiten Treffer war der Schalker maßgeblich beteiligt. Nach einem katastrophalen Fehlpass der tschechischen Hintermannschaft erlief Sané den Ball und spielte uneigennützig auf Gianluca Rizzo, der das Spielgerät nur noch ins leere Tor einschieben musste (27.).


Ernüchternde Meldungen aus Mannheim traten zur Halbzeit vorerst heftig auf die Euphoriebremse. Dort führten die Slowaken zu der Zeit ebenfalls mit 2:0 gegen Irland. Für Sorg allerdings kein Grund das Spielsystem grundlegend zu ändern. „Er hat uns gesagt, dass wir immer weiter spielen sollen, weiter Druck machen sollen, die Bälle in die Tiefe spielen, weil die Tschechen nicht so schnell hinten drinwaren“, erzählte Sané von der Pausenansprache seines Trainers.


Christiansen schockt Tschechen direkt nach der Pause


Die Marschroute setzte die Mannschaft postwendend um. Bereits zwei Minuten nach Anpfiff des zweiten Spielabschnittes klingelte es zum dritten Mal im Kasten von Jindrich Stanek. Kapitän Jonathan Tah legte mit dem Kopf perfekt für Max Christiansen auf. Der Ingolstädter versenkte den Ball aus knapp zwölf Metern im langen Eck und ließ weitere Hoffnung aufkeimen. Nadiem Amiri hätte fünf Minuten später schon nachlegen können, doch sein Schuss wurde über das Tor abgefälscht.


Doch der vierte Treffer sollte nicht allzu lange auf sich warten lassen. Mit einem Solo-Lauf, den man so sonst nur von Lionel Messi sieht, düpierte Sané die tschechische Hintermannschaft, umkurvte Torwart Stanek und schoss den Ball ins leere Tor (64.).


Inzwischen hatte sich auch die Nachricht des irischen Anschlusstreffers innerhalb der Mannschaft herumgesprochen. „Während des Spiels kam ein Mitspieler zu mir und meinte, dass es im Parallelspiel nur noch 2:1 stehe. Noch ein Tor und wir wären sicher durch“, so Torschütze Sané über die Momente nach seinem zweiten Treffer.




Der Jubel war groß bei der deutschen U19. Mit einem deutlichen 6:0 schoss man die Tschechen ab. Überragender Mann auf dem Platz war Leroy Sané. Der Schalker erzielte zwei Treffer und bereitete ein Tor vor.

Ich bin stolz auf die Mannschaft“


Knappe drei Minuten später war es dann Lucas Cueto, der für die Vorentscheidung sorgte. Mit seinem Treffer zum 5:0 beseitigte er jegliche Restzweifel an einer deutschen EM-Teilnahme. Den Schlusspunkt setzte Nadiem Amiri. Nach einem Foul an Christiansen im Strafraum, verwandelte der Hoffenheimer den Strafstoß souverän zum 6:0-Endstand (86.).


„Ich bin richtig stolz auf die Mannschaft. Das war jetzt nicht einfach die letzten zehn Tage. Wir haben uns lange nicht gesehen und dann noch zu Hause eine Eliterunde. Der Druck ist sowieso hoch für die Jungs und dafür haben die Jungs das richtig gut gemacht“, lobte Trainer Marcus Sorg seine Truppe nach der Partie.


Die Europameisterschaft findet vom 6. Juli bis 19. Juli 2015 in Griechenland statt. Die deutsche Auswahl geht als Titelverteidiger in das Turnier. Von einer möglichen Verteidigung des Pokals möchte Sorg allerdings noch nichts wissen: „Wir freuen uns erstmal, dass wir uns qualifiziert haben und über die anderen Dinge machen wir uns später Gedanken.“ Leroy Sané blickt da schon etwas optimistischer in den griechischen Sommer: „Am besten wäre es natürlich, wenn wir die EM gewinnen, das ist klar. Aber wir müssen jetzt erstmal Schritt für Schritt arbeiten.“

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