Sammer: "Der hat beim Eishockey mal einen Puck an den Kopf bekommen"

Werder-Manager Thomas Eichin sorgte im Vorfeld der Partie seiner Mannschaft gegen den FC Bayern München mit seinen Aussagen für viel Furore.

Von Markus Schulze

 

Es gab mal eine Zeit, da hat der SV Werder Bremen eine gewichtige Rolle im Meisterschaftsrennen der Bundesliga gespielt. In den Achtzigern und Neunzigern gehörten die Hanseaten fast durchgängig zu Deutschlands Fußball-Beletage. 1988 und 1993 sicherten sich die Bremer unter der Ägide von Trainer Otto Rehhagel und Manager Willi Lemke zwei Mal die deutsche Meisterschaft. Die letzte Meisterschale gab es im Jahr 2004. Coach Thomas Schaf hatte damals mit Spielern wie Ailton oder Johan Micoud eine offensivstarke Truppe geformt und begeisterte mit erfrischenden Fußball die gesamte Republik.


Bezeichnend für diese Zeit waren neben den spannenden Duellen auf dem Platz auch die verbalen Gefechte gegen den großen FC Bayern München. Noch heutzutage ist die Privatfehde zwischen den beiden Managern Willi Lemke und Uli Hoeneß unvergessen. Auch Lemkes Nachfolger Allofs trug das ein oder andere öffentliche Scharmützel mit dem damaligen Bayern-Manager aus.


Bis vor wenigen Tagen hätte man das Verhältnis zwischen den beiden Vereinen durchaus als entspannt beschreiben können. Während die Bremer in den letzten Jahren nur noch um den Klassenerhalt spielen, sammelt der Rekordmeister von der Isar weiter fleißig Trophäen. Doch mit der Ruhe ist jetzt vorerst wieder Schluss: Thomas Eichin, aktuell Manager bei Werder, sorgte mit seinen Aussagen am Mittwoch für eine kleine Renaissance der alten Rivalität.



Matthias Sammer fand die Aussagen von Werder-Manager Thomas Eichin gar nicht witzig. Eichin behauptete, dass die Schiedsrichter zu viel Respekt vor den Bayern hätten.


Foto: Foto: Harald Bischoff / , via Wikimedia Commons

Eichin sieht Bayern-Bevorzugung durch Schiedsrichter


Eichin warf den Unparteiischen in einem Interview mit dem Weserkurier vor, dass diese zuviel Respekt vor den Bayern hätten. "Bei den Bayern musst du aufpassen, wenn du in die Zweikämpfe gehst. Ich habe das Gefühl, dass mit zweierlei Maß gemessen wird."


Besonderen Fokus legte der 48-Jährige dabei auf den französischen Dribbelkünstler Franck Ribéry. „Der hätte schon fünfmal runtergemusst in dieser Saison.“ Damit spielte Eichin auf die zuletzt häufiger werdenden Entgleisungen des Franzosen an, zuletzt beim DFB-Pokalspiel gegen Eintracht Braunschweig. Dort hatte Ribéry gegen seinen Kontrahenten Benjamin Kessel nachgetreten. Der Schiedsrichter ahndete diese Szene jedoch nicht.


Auch Bayerns Trainer Pep Guardiola bekam von Eichin sein Fett weg. Auf den Spanier angesprochen, antwortete der Bremer Manager: „Guardiola? Der kann machen, was er will.”

Sammer und Rummenigge kontern die Vorwürfe


Die Antwort des FC Bayern ließ nicht allzu lange auf sich warten. "Der hat beim Eishockey zwischendurch mal einen Puck an den Kopf bekommen und das sind die Spätfolgen", machte sich Sportdirektor Matthias Sammer nach dem 7:0-Erfolg in der Champions League gegen Shakthar Donezk über die Aussagen Eichins lustig. Dieser war vor seiner Zeit bei Werder Bremen unter anderem als Geschäftsführer beim Eishockeyverein Kölner Haie angestellt. "Ich glaube, dass sich die deutschen Schiedsrichter das sehr gut merken sollten, was dieser Mann gesagt hat, weil es ja unterschwellig bedeutet, dass sie manipulieren", fügte Sammer hinzu.


Auch Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender bei den Bayern, konnte die Vorwürfe nicht unkommentiert stehen lassen. „Das ist kein Fairplay und eigentlich überflüssig. Es war natürlich viel Blödsinn, was er da von sich gegeben hat. In der Schule hätte ich gesagt, in die Ecke und schämen", äußerte sich Rummenigge bei den Kollegen von Sky.


Eichin reagierte auf der abschließenden Pressekonferenz vor der Partie gegen München dagegen ganz gelassen. „Ich habe schon mal einen Puck an den Kopf bekommen. Der Doc sagt, es können tatsächlich Folgeschäden entstehen“, witzelte der Manager.

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