WM 2022 wohl im Winter

Eine Arbeitsgruppe der FIFA hat den Sommer in Katar für zu heiß zum Fußballspielen befunden. Die Lösung soll nun eine WM in der Vorweihnachtszeit mit "verkürztem Zeitplan" sein. 

Von Sebastian Koch


Der Sommer in Katar ist heiß. Sehr heiß. Zu heiß, um eine Fußball-WM in dieser Zeit auszutragen. Zu diesem Entschluss ist eine Arbeitsgruppe der FIFA in Doha gekommen. Immerhin fünf Jahre benötigte der Weltverband für diese Erkenntnis, die doch eigentlich offensichtlich erscheint. Die Konsequenz: Die Weltmeisterschaft 2022 im Wüsten-Emirat Katar wird wohl erstmals in der Geschichte der FIFA nicht im Sommer ausgetragen, sondern im November und Dezember 2022 stattfinden. 


Laut einem ersten groben Rahmenkalender würde das Finale der umstrittenen WM am 23. Dezember 2022 ausgetragen werden. Beschlossen ist das noch nicht, da das FIFA-Exekutivkomitee erst im März tagt. 


Auswirkungen auf Vereinsspielpläne / Kürzere WM als gewohnt?


Eine Rolle bei der endgültigen Entscheidung werden dabei auch die Konsequenzen für den Rahmenkalender der Vereinssaison spielen. Nahezu alle europäischen Länder müssten ihre Spielpläne zu großen Teilen überarbeiten, auch internationale Vereinswettbewerbe, wie die Champions League oder Europa League, dürften betroffen sein. 


Die europäischen Top-Ligen hatten aus diesem Grund zuletzt eine Vorverlegung der WM um einige Wochen im Frühjahr favorisiert und eine Winter-WM mehr oder weniger ausgeschlossen. Letztere scheint nun aber fast schon beschlossene Sache zu sein.


Der Vorschlag einer Verlegung habe allerdings laut FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke "die Unterstützung aller sechs Kontinentalverbände." Demnach werde die Möglichkeit einer "Verkürzung des Zeitplans" diskutiert. 


Meinhold: Sommer-WM ist Irrsinn


Im Interview mit uns unterstrich Dieter Meinhold zuletzt, dass eine Sommer-WM "Irrsinn" wäre. Der ehemalige Sportdirekor der "Qatar Stars League" verwies aber auch darauf, dass die WM für den Sommer 2022 ausgeschrieben war und er deshalb davon ausgehe, dass die ehemaligen Mit-Bewerber Australien und die USA bei einer Verlegung in den Winter deshalb Protest einlegen würden.

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