Ciro Immobile: "Die Deutschen sind kalt"

Ciro Immobile und Borussia Dortmund. Eine Beziehung, die man sich wohl auf beiden Seiten etwas anders vorgestellt hat. In einem Interview mit der italienischen Sportzeitschrift "Gazzetta dello Sport" sprach der Italiener über die Unterschiede zu seinem Heimatland und äußerte sich kritisch zur Berichterstattung über ihn.

Von Markus Schulze

 

Ciro Immobile. Im Sommer für geschätzte 20 Millionen als Torschützenkönig

der italienischen Serie A zu Borussia Dortmund gewechselt. Der Italiener wurde

als Nachfolger von Robert Lewandowski gehandelt, doch bisher enttäuschte der

25-Jährige sportlich auf ganzer Linie. Nun machte sich Immobile in der

italienischen Sportzeitschrift „Gazzetta dello Sport“ Luft über seine

derzeitige Situation beim BVB.

 

"Mich hat noch kein Teamkollege zum Abendessen zu sich nach Hause eingeladen"

 

„In den acht Monaten, seitdem ich hier bin, hat mich kein

Mannschaftskollege zum Abendessen zu sich nach Hause eingeladen“, sprach der

Stürmer über die deutsch-italienischen Unterschiede. Auch an die Mentalität der

Deutschen muss er sich noch gewöhnen: „Sie sind kalt, da kann man nichts

machen.“

 

Der Frust von Immobile ist begründet. Als großer Hoffnungsträger verpflichtet, kam er in der Bundesliga bisher erst 15 Mal zum Einsatz. Dabei gelangen ihm nur drei Treffer. Dortmund-Fans dürften bei dieser Bilanz unweigerlich an Robert Lewandowski denken. Der Pole war in seiner ersten Spielzeit beim BVB ähnlich erfolglos, avancierte in der Folgezeit aber zu einem der besten Stürmer Europas. Auf einen ähnlichen Aufschwung hofft auch der italienische Nationalstürmer: „Lewandowski hat, nach dieser ersten Saison, viel getroffen und gewonnen, er ist gut in Erinnerung geblieben. Wer weiß, vielleicht erhalte ich dieselbe Möglichkeit.“

Bei seiner Vorstellung in Dortmund noch voller Hoffnung. Inzwischen regieren bei Ciro Immobile Frust und Enttäuschung.

Foto: von Tim.Reckmann (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

 „Die BILD metzelt mich nieder“

 

Klar ist – nicht nur die Erwartungen der Fans wurden bisher enttäuscht, auch die deutschen Medien hatten sich mehr vom einstigen Torjäger der Serie A erhofft. Besonders die Bild ging mit Immobile hart ins Gericht, was diesem sehr missfällt. „Die Bild metzelt mich nieder, vielleicht, weil es eine Zeitung aus München ist, und sie lassen keine Gelegenheit aus, um Borussia heftig anzugreifen.“

 

Ans Scheitern oder gar einen Wechsel will der 25-Jährige aber noch lange nicht denken. „Ich habe einen Weg eingeschlagen und ich möchte ihn auch zu Ende gehen. Ich würde diese Entscheidung wieder treffen. Ich fühle mich auf der Höhe von Borussia Dortmund.“ Dabei kann sich Immobile auch voll und ganz auf die Unterstützung seines Trainers Jürgen Klopp verlassen. „Es stimmt nicht, wie erzählt wird, dass er mir nicht hilft, er spricht viel mit mir, er macht mir Mut und leidet mit mir.“

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