Ghana und die Elfenbeinküste im Finale /Erneut Skandal um Äquatorialguinea

Im Finale des diesjährigen Afrika-Cups kommt es zu einem wahren Kracher. Mit Ghana und der Elfenbeinküste treffen zwei Schwergewichte des afrikanischen Fußballs aufeinander. Überschattet wurden die Halbfinalspiele von erneut schweren Ausschreitungen bei der Partie des Gastgebers Äquatorialguinea.

Von Markus Schulze


Die Afrikameisterschaften bewegen sich mit großen Schritten in Richtung Endspiel zu. Im Finale des Turniers stehen sich Ghana und die Elfenbeinküste gegenüber. Im Spiel um Platz drei muss die Demokratische Republik Kongo gegen Gastgeber Äquatorialguinea ran.


Elfenbeinküste auf dem Weg zum zweiten Coup


Bereits zum vierten Mal steht die Elfenbeinküste im Finale des Afrika-Cups. Bisher reichte es nur zu einem Titel, der allerdings auch schon 23 Jahre zurückliegt. Jetzt soll endlich der zweite Sieg her und die Vorzeichen dafür stehen gut. Schon vor dem Turnier waren die Ivorer als einer der großen Favoriten auf den Titel gehandelt worden. Die Mannschaft ist mit einigen internationalen Stars angreist, darunter unter anderem Yaya Touré und Wilfried Bony von Manchester City oder Seydou Doumbia, der erst in diesem Winter von ZSKA Moskau zum AS Rom gewechselt war. An der Qualität des Kaders sollte es also nicht liegen.


Yaya Touré könnte zum ersten Mal in seiner Karriere den Afrika-Cup gewinnen. Am Sonntag muss die Elfenbeinküste im Finale gegen Ghana ran.




Foto: von Ailura (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 at (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/at/deed.en) oder CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Im ersten Halbfinale am Mittwoch setzte sich die Auswahl von Trainer Hervé Renard dann auch souverän mit 3:1 (2:1) gegen die Demokratische Republik Kongo durch. Yaya Touré brachte seine Mannschaft bereits in der ersten Halbzeit in Führung (20.). Die Antwort der Kongolesen ließ jedoch nicht allzu lange auf sich warten. Dieumerci Mbokani sorgte nach einem Handelfmeter für den Ausgleich (24.). Dank des zweiten Turniertreffers von Gervinho ging die Elfenbeinküste noch vor dem Halbzeitpfiff erneut in Front (41.). Für klare Verhältnisse sorgte dann Wilfried Kanon mit seinem Tor zum 3:1 (68.).


Salomon Kalou vom Bundesligisten Hertha BSC wurde in der zweiten Spielhälfte eingewechselt.


Ausschreitungen im Halbfinale zwischen Äquatorialguinea und Ghana


Der Endspielgegner am Sonntag kommt aus Ghana. Die könnten den Afrika-Cup bereits zum fünften Mal für sich entscheiden. Wer allerdings nach dem letzten Titelgewinn der Westafrikaner sucht, muss auch bei ihnen weit in die Vergangenheit reisen. Der letzte große Erfolg stammt aus dem Jahr 1982 bei den Afrikameisterschaften in Libyen. Im Finale setzten sich die „Black Stars“ gegen den Gastgeber im Elfmeterschießen durch. Seitdem herrscht triste Flaute in der ghanaischen Pokalvitrine. Das soll sich nun ändern.


Das sportliche Geschehen der Halbfinalpartie gegen Äquatorialguinea am Donnerstag rückte allerdings weit in den Hintergrund. Das Spiel musste beim Stand von 3:0 für Ghana sieben Minuten vor Schluss für etwa eine halbe Stunde unterbrochen werden.


Die Anhänger des Gastgebers ließen ihrem Frust freien Lauf und schmissen wild mit Gegenständen um sich - auch auf ghanaische Fans. Diese suchten dann im Innenraum des Stadions Schutz, was Schiedsrichter Eric Otogo-Castane aus dem Gabun dazu veranlasste, das Spiel zu unterbrechen. In der Folge brach das pure Chaos im Nuevo Estadio de Malabo aus. Die Sicherheitskräfte bekamen die Lage nicht in den Griff, sodass die Polizei mit dem Einsatz von Tränengas versuchte, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Sogar Hubschrauber wurden eingesetzt und flogen nur knapp über das Rund des Stadions, um gewaltbereite Zuschauer von der Tribüne zu vertreiben.


Kriegszone“ im Nuevo Estadio de Malabo


Das Spiel wurde letztendlich für drei (!) Minuten Nachspielzeit fortgesetzt. In der Zwischenzeit hatte sich das Chaos auf das Gelände vor dem Stadion verlagert. Die britische Rundfunkanstalt BBC berichtete von „barbarischen Zuständen“. Auch der ghanaische Fußballverband machte sich auf Twitter Sorgen um die eigenen Fans und beschrieb die Szenerie als „Kriegszone“.

Zuvor erzielten Jordan Ayew (42.), Wakaso Mubarak (45.) und Andre Ayew (75.) die Treffer für Ghana. Ob und wie der äquatorialguinesische Fußballverband bestraft wird, ist noch nicht bekannt.


Drei Bundesligaprofis noch dabei


Für drei Bundesligaakteure hat sich die Reise nach Äquatorialguinea mit Sicherheit gelohnt. Zwei von ihnen haben sogar noch die große Chance auf den Pokal.


Der Ivorer Salomon Kalou von Hertha BSC trifft am Sonntag im Finale auf den Ghanaer Abdul Rahman Baba vom FC Augsburg. Am Tag zuvor kann sich Bremens Cedrick Makiadi mit der Demokratischen Republik Kongo im kleinen Finale immerhin noch den dritten Platz sichern.

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