Welcome back, Volksparkstadion!

Der Hamburger Sportverein bekommt sein Volksparkstadion wieder. Klaus-Michael Kühne steigt bei den abstiegsbedrohten Hanseaten als strategischer Partner ein und erwirbt zudem das Namensrecht am Stadion des HSV.



Von Markus Schulze


Klaus-Michael Kühne und der Hamburger SV haben ihre Zusammenarbeit intensiviert. Der 77-jährige Unternehmer steigt beim Bundesligadino als strategischer Partner ein. Kühne bringt 18,75 Millionen Euro mit und erhält dafür 7,5 % an der HSV Fußball AG. Das bestätigten die Hamburger heute auf einer Pressekonferenz. „Wir setzen damit unseren Weg der wirtschaftlichen Konsolidierung fort und haben ein ganz wichtiges Etappenziel erreicht. Wir werden weiterhin hart daran arbeiten, dass der HSV im Bundesligavergleich in allen Bereichen an Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnt“, zeigte sich Aufsichtsratsvorsitzender Karl Gernandt zufrieden mit dem Deal.


Aufbruch beim HSV“


Mit der Beteiligung von Kühne muss der Verein nun keine Rückzahlung der Darlehen an Selbigen mehr leisten. Im vergangenen Sommer stockte der Investor dem Verein das zuvor gewährte Darlehen in Höhe von acht Millionen Euro auf 25 Millionen Euro auf. Doch im Winter dann der Schock - Kühne verkündete, seinen Kredit nicht in Vereinsanteile umwandeln zu wollen. Damit wäre der Verein in eine noch schiefere Finanzlage geraten. Jetzt aber die Rolle rückwärts. „Ich freue mich sehr, dass wir unsere konstruktiven Gespräche über meinen Einstieg als Gesellschafter erfolgreich abschließen konnten. Ich hoffe, dass ich den Aufbruch des HSV mit meinem Beitrag unterstützen kann“, so der milliardenschwere Unternehmer.



Bye, bye, Imtech Arena! Ab Juli 2015 heißt die große Hamburger Fußballbühne wieder Volksparkstadion.


Foto: By niko_stra (imtech arena) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons


Große Rückkehr des Volksparkstadions


Doch damit nicht genug. Neben den Anteilen am Verein sicherte sich Kühne für 16 Millionen Euro das Namensrecht am Stadion für die kommenden vier Spielzeiten. Zusammen mit den oben genannten 18,75 Millionen Euro ergibt dies eine Gesamtinvestition von knapp 35 Millionen Euro. Damit dürfte klar sein, dass das Wort von Kühne im Verein nun mehr Gewicht denn je hat.


Aus der 'Imtech Arena' wird ab dem 1. Juli 2015 wieder das Hamburger Volksparkstadion. Bereits zwischen 1953 und 2001 trug das Stadion diesen Namen. Mit vier deutschen Meisterschaften und drei Pokalsiegen verbinden viele Fans die sportlich erfolgreichste Zeit ihres Vereins mit dem Volksparkstadion. HSV-Legenden wie Felix Magath, Uwe Seeler oder Horst Hrubusch kickten hier auf dem heiligen Grün.


Im Juli 2001 wurde die altehrwürdige Spielstätte in die AOL Arena umgetauft. Mit der HSH Nordbank Arena und der Imtech Arena sollten noch zwei weitere Namensänderungen folgen. „Dass Herr Kühne uns ermöglicht, wieder im Volksparkstadion zu spielen, freut mich ganz besonders. Für viele unserer Fans und auch für mich ist der Name des Stadions eine emotionale Angelegenheit, weil wir damit Tradition, Erfolge und unvergessliche Momente verbinden“, ist sich Vorstandsvorsitzender Dietmar Beiersdorfer der Bedeutung dieses Moments bewusst.


Weitere Investoren im Gespräch


Der kühnsche Geldregen scheint dem Verein aber noch nicht genug zu sein. Frank Wettstein, Finanzvorstand beim HSV, gab zu, mit weiteren potenziellen Investoren „Gespräche zu führen“. Für diese sei die Vereinbarung mit Kühne ein wichtiges wie auch deutliches Signal, so Wettstein. Gut möglich also, dass aus dem Geldregen ein ganzer Monsun werden könnte.



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