Dritte Runde! Witthöft nutzt die Gunst der Stunde / Kohlschreiber ausgeschieden

Während sich in Melbourne die arrivierten Kräfte im deutschen Damen-Tennis blamieren, spielt sich ein Teenager ins Rampenlicht. Auch Julia Görges übersprang, im Gegensatz zu Philipp Kohlschreiber, ihre zweite Hürde erfolgreich.


 

Von Sebastian Koch


Nein, glauben kann Carina Witthöft wohl noch immer nicht wirklich, was sie in der zweiten Runde der Australian Open geleistet hat. Die 19 Jahre junge Hamburgerin steht nach einer nahezu perfekten Vorstellung in der dritten Runde des ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres und wird mit der gezeigten Leistung im bisherigen Turnierverlauf auch im kommenden Match gute Chancen auf die nächste Runde haben. Kein Zweifel: Die aktuelle Weltranglisten-104. ist eine große Gewinnerin des kollektiven Versagens in den Spitzen des deutschen Damen-Tennis und auf dem besten Wege, sich in "Down Under" aus dem Outback ins Rampenlicht zu spielen.



Der Blick geht nach vorne - Youngster Carina Witthöft steht als Qualifikantin in der dritten Runde der Australian Open und spielt sich in der Fokus der deutschen Öffentlichkeit


Foto by: si.robi (Witthoeft WMQ14 (6)) [CC BY-SA 2.0http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons


"Habe mein Spiel durchgezogen"

 

Es läuft einfach für die aktuelle Weltranglisten-104., die nach den Australian Open wieder unter den besten 100 der Welt notiert sein wird. Selbst mit der Hotelreservierung wird Witthöft bis zu ihrem nächsten Spiel keine Probleme haben, da sie, von Erfahrungen geprägt, ihr Zimmer nach eigener Aussage bis zum Ende der ersten Woche reserviert hat. Danach allerdings könnte sie ein Problem bekommen...

 

Denn sollte Witthöft in der dritten Runde gegen Kerber-Bezwingerin Irina Camelia-Begu aus Rumänien ähnlich auftreten wie heute gegen Christina McHale, ist ein längerer Aufenthalt in Melbourne nicht ausgeschlossen. Gegen die im WTA-Ranking 50 Plätze höher eingestufte Amerikanerin ging Witthöft im ersten Satz schnell mit 5:1 in Front und hatte auch nach zwei Spielverlusten letztendlich keine Probleme, den ersten Durchgang mit 6:3 zu gewinnen.

 

Sie habe ihr Spiel "vom ersten bis zum letzten Ball durchgezogen", wird Witthöft nach dem Spiel sagen. Eine Aussage, der man nur schwer widersprechen kann. Nach gerade einmal 49 Minuten verwandelte der Youngster den Matchball zum 6:3, 6:0-Erfolg, der den erstmaligen Drittrundeneinzug bei einem Major-Turnier besiegelte. "Das war heute noch ein bisschen besser als in der ersten Runde", lautete das Fazit. In der ersten Runde hatte die gesetzte Spaniern Carla Suarez-Navarro in zwei Sätzen gegen Witthöft ebenfalls wenig entgegenzusetzen.

 

Görges in drei Sätzen in Runde drei

 

Ebenfalls in der dritten Runde steht Julia Görges. Die Fed-Cup-Spielerin setzte sich gegen die Tschechin Klara Koukalova mit 6:3, 4:6, 6:2 durch und steht im Melbourne zum vierten Mal in der Runde der besten 32. Dort trifft die Norddeutsche auf die tschechische Qualifikantin Lucie Hradecka. Die hatte in der ersten Runde sensationell Ana Ivanovic aus Serbien aus dem Turnier gekegelt und wird dementsprechend mit mächtig Rückenwind in die Partie gehen.

 

Ganz zufrieden mit ihrem Spiel war die aus Bad Odesloe stammende Görges nicht. "Nicht so gut wie im ersten Match" bilanzierte sie die Leistung beim  Drei-Satz-Sieg gegen Koukalova. Positives zog die 26-Jährige aber daraus, sich nach dem Satzausgleich nicht aus der Ruhe gebracht und den entscheidenden Durchgang mit 6:2 souverän entschieden zu haben.

 

Kohlschreiber ausgeschieden, Nadal und Scharapowa mit viel Mühe

 

Unterdessen hat Philipp Kohlschreiber den Einzug in die dritte Runde verpasst. Der Augsburger unterlag Lokalmatador Bernard Tomic in vier Sätzen. Damit sind Matthias Bachinger und Benjamin Becker die einzig verbliebenen deutschen Herren im Hauptfeld. Beide bestreiten erst heute Abend ihre Zweitrundenpartien.

 

Rafael Nadal und Maria Scharapowa haben ihr Drittrunden-Ticket derweil gelöst - allerdings mit mehr Mühe als erwartet. Während sich Nadal mit seinem amerikanischen Kontrahenten Tim Smyczek einen großen Fight über mehr als vier Stunden lieferte (6:2, 3:6, 6:7, 6:3, 7:5), stand auch Scharapowa kurz vor dem K.O.. Die Russin musste beim 6:1, 4:6, 7:5-Erfolg gegen Landsfrau Alexandra Panova zwei Matchbälle abwehren. 


Maria Scharapowa hatte bei ihrem Zweitrundenerfolg nicht immer den Durchblick. 


Foto by: Brian Minkoff-London Pixels (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

 

Auch Roger Federer, Grigor Dimitrov, Tomas Berdych, Sara Errani, Simona Halep und Eugenie Bouchard stehen in der dritten Runde.

 

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