Auch Petkovic raus - deutsche Damen-Tristesse in Melbourne perfekt

Dagegen hat sich Matthias Bachinger bei den Australian Open überraschend in die zweite Runde geschossen.



Von Sebastian Koch

 

Das deutsche Damen-Tennis erlebt bei den Australian Open ein Debakel historischen Ausmaßes. Nach dem blamablen Ausscheiden von Angelique Kerber und Sabine Lisicki in der gestrigen Nacht gesellte sich am Dienstagmorgen auch Andrea Petkovic zu dem Duo. Auf dem Heimflug könnte sich das Trio nun gemeinsam Gedanken darüber machen, warum erstmals seit den Australian Open 2007 keine die erste Runde eines Grand-Slam-Turniers überstanden hat.

 

Petkovic mit eineinhalb Beinen in der zweiten Runde

 

Dabei schien es zunächst so, als ob Petkovic die totale Blamage für die DTB-Top-Spielerinnen zumindest schmälern könnte. Gegen Madison Brengle aus den USA hatte die Darmstädterin in ersten eineinhalb Sätzen zwar bereits Probleme, lag aber mit 7:5, 5:3 in Front. Es nützte nichts - Brengle erkämpfte sich das notwendige Re-Break und die Darmstädterin verlor im Anschluss völlig den Faden in ihrem Spiel, Über den Tie-Break rettete sich die Amerikanerin in den dritten Satz, den sie mit 6:3 gewinnen konnte. 

 

Barbara Rittner wirkte im Anschluss fast ein wenig ratlos, ob des Ausscheidens ihres Top-Trios. Sie sei im Moment "perplex" und "ein bisschen umgehauen", so die erfahrene und erfolgsverwöhnte Bundestrainerin. "Schönreden" könne man am Debakel nichts - und sollte es wohl auch nicht. Petkovic und Kerber haben an der Niederlage im Fed-Cup-Finale gegen Tschechien zum Ende der letzten Saison wohl doch mehr zu knabbern als gedacht. Lisicki, die in Prag in den Einzeln gar nicht erst zum Einsatz gekommen war, ist seit Wochen völlig von der Rolle und wartet 2015 immer noch auf ihren ersten Saisonsieg. 

 

Einzig Mona Barthel, Carina Witthöft und Julia Görges haben im Damenfeld die erste Runde überstanden. Erstere setzte sich heute Nacht mit 3:6, 6:4, 6:2 gegen die Kroatin Donna Vekic durch.

 

 

Andrea Petkovic hat sich gestreckt und stand bereits vor dem Schritt in die zweite Runde. Am Ende kam in Melbourne aber auch für sie das ernüchternde Erstrunden-Aus. 

Foto by: Christian Mesiano [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons


Bachinger und Becker mit einem Coup

 

Derweil hat bei den Männern Matthias Bachinger für ein positives Ausrufezeichen aus deutscher Sicht gesorgt. Der 27 Jahre alte Qualifikant aus München überraschte mit einem 7:6, 6:3, 6:1-Dreisatzerfolg gegen den gesetzten Uruguayer Pablo Cuevas. Nächster Gegner Bachingers ist der Finne Jarkko Nieminen. 

 

Bachinger war nach Philipp Kohlschreiber als zweiter Deutscher in die zweite Runde eingezogen. Ihm folgte am späten Dienstagmorgen noch Benjamin Becker. Der 33 Jahre alte Routinier besiegte Julien Benneteau aus Frankreich ebenfalls etwas überraschend in vier Sätzen. Beckers kommender Gegner ist der ehemalige Weltranglisten-Erste und australische Publikumsliebling Lleyton Hewitt.

 

Derweil schlug sich Tim Pütz gegen Donald Young aus den USA zwar wacker, hatte in vier Sätzen aber das Nachsehen. Davis-Cup-Spieler Peter Gojowczyk musste seine Partie gegen den Spanier Guillermo Garcia-Lopez zu Beginn des vierten Satzes verletzungsbedingt aufgeben. 

 

 

 

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