Vorbild Lewandowski

Die Chefredaktion kommentiert die Debatte um die Stimmabgabe von Robert Lewandowski.




Von Sebastian Koch und Markus Schulze

 

Bereut er es oder bereut er es nicht? Das Trainingslager der Bayern wird durch einen unfassbaren Vorgang bedroht und gestört – dem „Lewandowski-Gate“. Der Star-Stürmer der Münchner durfte als Kapitän der polnischen Nationalmannschaft vor Monaten den Weltfußballer mitwählen - und favorisierte Cristiano Ronaldo vor seinen eigenen Teamkollegen Manuel Neuer und Bastian Schweinsteiger.

 

Das Geschrei beim deutschen Rekordmeister ist groß – auch weil andere Sorgen, seien sie noch so klein, nicht vorhanden sind. Matthias Sammer wird nicht müde zu betonen, dass „Robert unbedacht“ gehandelt habe, der Verein ihm das aber verzeihe – wie gütig. Dass sich der Sport-Vorstand durch solche Äußerungen selbst in ein schlechtes Licht rückt, merkt er nicht oder ignoriert er. Die Bevormundung Lewandowskis nimmt groteske Züge an und hat mit einem gesunden Verständnis von Demokratie und Meinungsfreiheit wenig zu tun. (vielleicht liegt das ja auch daran, dass die Bayern seit Tagen in Doha/VAE verweilen?!)

 

Der Pole selbst bekannte sich via Twitter zu seiner Wahl und möchte von unbedachtem Handeln selbst wohl nichts wissen. Und die Außerhalb-der-Bayern-Welt fragt sich, wie bezeichnend diese Diskussion für die Wahl eigentlich ist.

 

Schulsprecher-Wahl lässt grüßen

 

Muss ein wahlberechtigter Bayern-Spieler zwangsläufig einen Bayern-Spieler wählen, wenn er doch einen ganz anderen Spieler vorne sieht? Ist es anständig oder sogar Usus, sein Wahlrecht bei FIFA-Wahlen zu Gunsten eines Kollegen „zu missbrauchen“?

 

Im Zuge der Debatte dürften bei dem einen oder anderen Erinnerungen an manche Schulsprecher-Wahl aufkommen. Der Klassenlehrer stellt seinen Klassensprecher an den Pranger, nur weil dieser nicht seinen Kameraden sondern einen Kandidaten der anderen Klasse gewählt hat. Rums! Wie konnte er nur?

 

Vorbild Lewandowski

 

Die Diskussion um Lewandowski ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten und verkommt zu einer Farce. Die Bayern sollten sich in ihrem Trainingslager wieder auf das Wesentliche konzentrieren – das Sportliche. Die Wahl ist Geschichte und es ist auch nicht der Fall, dass Ronaldo ausschließlich wegen Lewandowski diese gewonnen hat.

 

Der Stürmer darf von sich jedenfalls behaupten, dass er seine Stimmen an seinen persönlichen Favoriten vergeben hat. Nein, bereuen muss Lewandowski wahrlich nichts. Und so wäre es sogar gut, wenn einige FIFA-Funktionäre bei zukünftigen Wahlen vielleicht auch an Lewandowski denken…

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Susanne (Mittwoch, 14 Januar 2015 18:26)

    Da sieht mal leider mal wieder, wes Geistes Kinder sich da im Bayern- Vorstand tummeln. Unglaublich! Und sie merken es nicht mal!! Es lebe die Meinungsfreiheit

  • #2

    Markus (Mittwoch, 14 Januar 2015 18:56)

    Ich kann mich der Meinung nur anschließen und bin froh, dass Robert Lewandowski zu seiner Wahl steht. Immerhin ist Manu Welttorhüter und hat damit den höchsten Titel seiner Zunft erhalten. Wird Zeit, dass die Wettkämpfe wieder anfangen! Der Fingerzeig und Link zur FIFA-Wahl war genial. Hätte von mir sein können.