Ronaldo ein würdiger Titelträger

Der Kommentar zur Weltfußballer-Wahl.



Von Sebastian Koch

 

Es ist also wieder passiert - die Trophäe des "Weltfußballers" bleibt im Wohnzimmerschrank von Cristiano Ronaldo stehen. Zum sechsten Mal in Serie ist damit "CR7" oder Lionel Messi der 'beste Fußballer der Welt'. 

 

Es ist allgemein nicht leicht, den Besten einer Sportart auszuzeichnen, deren Positionen so unterschiedlich funktionieren und von den Sportlern wahrgenommen werden. Die Torquote Ronaldos ist einzigartig und sein Anteil am Champions-League-Gewinn von Real Madrid von unschätzbar großem Wert. Kein Zweifel - Ronaldo ist ein würdiger Titelträger. Dass es Manuel Neuer nicht geworden ist, ist schade. Unverständlich ist die Entscheidung "pro Ronaldo" jedoch nicht.

 

Neuer hinter Messi ist unverständlich

 

Unverständlich ist, dass sich Neuer noch hinter Messi einordnen musste. Der Argentinier lieferte ein für seine Verhältnisse eher durchschnittliches Jahr ab - darüber täuscht auch der WM-Finaleinzug nicht hinweg. Selbst im Nationalteam hatte Messi des Öfteren Mühe, sich gegen die teilweise überragenden Leistungen von Angel di Maria zu behaupten.

 

Hier liegt aber der Kern des Problems. Wenn der Stimmenunterschied auch nur minimal ist - so zeigt er klar und deutlich auf, dass das Verfahren in seinem jetzigen Zustand überholt werden muss.

 

Abstimmungsverfahren muss reformiert werden

 

Messi und Ronaldo sind Weltmarken. Beide fallen seit Jahren durch Tore mehr auf als alle anderen Spieler dieses Planeten - auch mehr als Neuer mit seinen Paraden. Die Liste der FIFA, die die Ergebnisse der Wahlen in allen Länden zeigt, belegt, dass es der Torwart deshalb besonders in wenig fußballbegeisterten Nationen bzw. Nationen jenseits der Top100 der Weltrangliste schwer gehabt hatte, Stimmen der Presse- und Nationalmannschaftsvertreter auf sich zu vereinen. Dafür ist er - im Vergleich zu seinen Kontrahenten - wohl schlicht zu unbekannt oder die Torwart-Position zu unspektakulär.

 

Die FIFA muss - auch im Sinne der Auszeichnung - das Abstimmungsverfahren ändern. Eine Möglichkeit wäre, verdiente Spieler aus jedem Kontinentalverband als kompetente Jury einzusetzen. Eine Jury, die das Fußballspiel als Ganzes sieht - und nicht nur die Marken Ronaldo und Messi.  

 

 

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