Breitner: Mehr Zerstörer als Botschafter

Der ehemalige Weltstar hat am Wochenende mit provokanten Aussagen einmal mehr für Furore gesorgt - leider wieder einmal im negativen Sinne.



Von Sebastian Koch

 

Wenn Paul Breitner in der Öffentlichkeit auftritt, dann hat er viel zu sagen. Der extrovertierte Oberbayer nahm schon als Spieler kein Blatt vor den Mund und zeigte sich bisher auch nach seiner aktiven Karriere stets als angriffslustiger Experte, der sportliche Missstände klar anspricht und mit seiner Meinung nicht hinterm Berg hält. Nicht selten und nicht ungern eckt der Weltmeister von 1974 mit dieser auch an. So mal wieder am gestrigen Sonntagmorgen im Doppelpass auf "Sport1".

 

Auf den Vorschlag von Ex-Bundestrainer Berti Vogts, Bayern München solle doch auf Geld verzichten, damit dieses unter den restlichen Bundesligisten aufgeteilt und so die finanzielle Dominanz der Bayern beendet werden könne, ging Bayern-Markenbotschafter Breitner in (gewohnter) Stammtisch-Manier ein. Es sei ein "Schmarrn", watschte er Vogts ab. Mit dieser Kernaussage liegt der 63-Jährige vielleicht sogar gar nicht mal so falsch, haben die Münchner sich die rosig finanzielle Situation doch größtenteils selbst erarbeitet. Nein, für Aufsehen sorgte Breitner mit anderen Worten - "was kann Bayern München für die Unfähigkeit aller anderen Bundesligisten?"

 

Rumms, das saß. Wieder einmal verfiel Breitner mit dieser Aussage einem Stammtisch-Niveau, welches einem Markenbotschafter nicht würdig sein sollte. Andere Aussagen, wie etwa "Gegen wen soll diese Mannschaft denn verlieren mit dieser Form, die sie im Moment hat?" oder "Andere Mannschaften wissen, dass sie gegen uns keine Chance haben", gerieten dabei fast in den Hintergrund. 

 

Eines Botschafters nicht würdig

 

Dass Funktionäre anderer Vereine den "Unfähigkeits"-Vorwurf nicht auf sich sitzenlassen, ist ebenso verständlich wie richtig. Ein absurder Vorwurf, der mit Blick auf die Arbeit anderer Bundesligisten, die mit weitaus weniger finanziellen Mitteln arbeiten, beispielsweise in Augsburg, Paderborn oder auch Mönchengladbach (um nur einige zu nennen), nicht zu halten und absolut unangemessen ist. 

 

Deshalb muss sich der Rekordmeister wieder einmal einer "Arroganz"-Debatte stellen, die nach dieser Aussage mehr als berechtigt ist. Einer Aussage, die von einem alternden Star gekommen ist, der sich im Rampenlicht sichtlich wohl fühlt. Ein Rampenlicht, dass dem Verein, den Breitner repräsentiert, allerdings nicht gefallen dürfte. 

 

In seiner Funktion sollte es eigentlich Breitners Aufgabe sein, die Marke "FC Bayern München" in der Öffentlichkeit würdig zu repräsentieren. Doch mit unüberlegten Aussagen zerstört der Ex-Nationalspieler mehr als dass er hilft. 

 

 

 

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