Klein, aber oho / Die drei Überraschungen des Qualifikationsspieltags

 

San Marino freut sich über einen Punkt, Gibraltar ist zufrieden mit einer 0:4-Niederlage beim Weltmeister, die Färöer Inseln können auswärts gewinnen und die Griechen stehen auf einmal ohne Trainer da. Ja, es war wieder ordentlich was los an diesem EM-Qualifikationsspieltag.



Von Markus Schulze


Der vierte Spieltag der EM-Qualifikation ist vorüber. Ein Wochenende voller spannender Spiele, toller Tore und einiger großen Überraschungen. Neben den üblen Ausschreitungen beim Spiel der Italiener gegen Kroatien sorgten vor allem die vermeintlich kleinen Fußballnationen für die großen Schlagzeilen.

 

"Nicht wie ein Weltmeister präsentiert"

 

Den Anfang machte UEFA-Neuling Gibraltar, die noch nicht einmal in der FIFA-Weltrangliste vertreten sind. Gegen den Weltmeister aus Deutschland schlugen sich die Jungs von der Iberischen Halbinsel für ihre Verhältnisse mehr als achtbar. Im Vorfeld der Partie wurde in den deutschen Medien nur über die Höhe des Ergebnisses diskutiert. Sogar von einem neuen Rekordsieg der DFB-Elf wurde geschrieben. Dieses verfehlte die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw allerdings meilenweit. Am Ende hieß es nur 4:0 gegen ein tapfer kämpfendes Gibraltar, was Bundestrainer Joachim Löw mit ungewöhnlich harter Kritik quittierte: "Der Anspruch war, sich wie ein Weltmeister zu präsentieren. Das hat die Mannschaft eindeutig nicht erfüllt.“

 

Färöer kicken Ranieri raus

 

Die Färöer Inseln galten bis zu diesem Spieltag nicht als die auswärtsstärkste Mannschaft, was wahrscheinlich noch deutlich untertrieben ist. Der letzte Auswärtssieg gelang den Nordlichtern im Jahre 2001. Das sollte sich am Samstag ändern. Mit einem 1:0-Erfolg in Griechenland sorgte die Truppe von Trainer Lars Olsen auf der ganzen Insel für Ausnahmestimmung. Den goldenen Treffer erzielte Jóan Edmundsson in der 61. Minute. Ganz Fußball-Griechenland dagegen befindet sich derzeit im Schockzustand. Mit nur einem Punkt aus vier Spielen steht der Europameister von 2004 am Tabellenende der Gruppe F. Für Trainer Claudio Ranieri, der erst nach der Weltmeisterschaft in Brasilien gekommen war, ist die Zeit als Nationaltrainer schon wieder vorbei. Der Italiener wurde nach dem Spiel direkt aus seinem Amt entlassen. So mancher Grieche dürfte sich jetzt die Zeiten von „König Otto“ wieder zurück wünschen.

 

San Marino kann auch punkten

 

Für DIE Sensation des Spieltags sorgte zweifelsohne die Nationalmannschaft San Marinos. 61 (!) Begegnungen hat das Team von Trainer Pierangelo Manzaroli auf einen Punktgewinn warten müssen. Der letzte Sieg liegt knappe elf Jahr zurück. Damals bezwang San Marino Liechtenstein mit 1:0. Ein Dreier sollte es dieses Wochenende zwar nicht werden, aber durch ein torloses 0:0-Unentschieden gegen Estland beendete man immerhin die ewig lange Durststrecke ohne Punkt. Und dieser Zähler wurde nach dem Abpfiff bereits gefeiert wie die gesicherte Qualifikation für das Turnier 2016 in Frankreich. Ein Teilnahme San Marinos bleibt aber weiterhin utopisch. Mit dem einem Punkt auf der Habenseite ist man immer noch Tabellenletzter der Gruppe E.

 

Die nächsten Qualifikationsspiele finden erst im März 2015 statt. Die deutsche Auswahl muss dann beim vermeintlichen Fußballzwerg aus Georgien ran. Hoffentlich kein neuer Stoff für eine weitere Überraschung.



 

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