Wirbel um Federer-Absage / Scharfe Kritik von Wilander

Welche Rolle spielte das anstehende Davis-Cup-Finale bei der Absage des Schweizers? Während Profiteur Djokovic die Tennis-Ikone in Schutz nimmt, übt ein schwedischer Ex-Profi Kritik an Federer. 



Von Sebastian Koch


Die WM-Final-Absage von Roger Federer bestimmte auch in Stunden danach die Tenniswelt und sorgte bei zahlreichen Fans in London für Unverständnis. Viele protestierten an Info-Schaltern in der O2-Arena gegen das Ersatzprogramm des Finals - ein Showmatch zwischen dem alten und nun auch neuen Weltmeister Novak Djokovic und Publikumsliebling Andy Murray - und forderten eine finanzielle Entschädigung. Die ATP will erst in den kommenden Tagen entscheiden, ob Fans einen Teil der Eintrittskarten, immerhin zwischen 150 und 600 Euro teuer, zurückerstattet bekommen. 


"Verdammt schwere Entscheidung"


Federer, der erst überhaupt erst das dritte Match seiner Karriere absagen musste, wandte sich indes über Facebook an seine Fans und bat um Verständnis. „Es war eine verdammt schwere Entscheidung, weil ich es liebe, in London zu spielen und das Turnier stets ein absolutes Highlight in meiner Karriere ist“, schrieb der 33 Jahre alte Weltranglisten-Zweite, und ergänzte: „Leider erlauben es meine Rückenprobleme im Moment nicht, zu spielen. Ich hoffe, jeder hat dafür Verständnis.“ 


Djokovic hingegen bat um Verständnis für seinen Konkurrenten. "Ich bin sicher,", so der nun vierfache Weltmeister bei der Siegerehrung, "dass er es versucht hätte, wenn es gegangen wäre." Weiterhin bedauerte der 27-Jährige den Matchausfall ("So zu gewinnen, ist nicht schön") und wünschte Federer die schnelle Genesung, die er braucht, um in einer knappen Wochen im Davis-Cup-Finale für die Schweiz gegen Frankreich antreten zu können. Einen Zusammenhang zwischen dem Mannschafts-WM-Finale und der Absage sieht Djokovic im Übrigen nicht. Man könne einem Mann eine Absage nicht vorwerfen, "der erst drei von über 1000 Matches" nicht gespielt hätte. 


Wilander: "Roger hätte es ohne Davis Cup probiert"


Derweil kritisierte Eurosport-Experte Mats Wilander den Schweizer scharf. In den Augen des ehemaligen Weltranglisten-Ersten spielte eben jenes Davis-Cup-Finale bei der Absage sehr wohl eine gewichtige Rolle. "Ohne den Davis Cup hätte es Roger sicher probiert", ist sich der Schwede sicher. 




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