"Fehlerhafte Darstellungen" - Ethikbericht unvollständig?

Nach der Veröffentlichung des Manipulationsbericht der FIFA-Ethikkommission erhebt nun ein FBI-Agent schwere Vorwürfe gegen den Fußball-Weltverband.



Von Markus Schulze

 

Er hätte eigentlich für Ruhe sorgen sollen - doch es scheint, als ob der Abschluss-bericht der FIFA-Ethikkomission zur WM-Vergabe 2018 an Russland und 2022 an Katar nur noch für mehr Diskussionsstoff sorgen wird. Grund dafür ist die pikante Aussage von Michael Garcia.

 

„Zahlreiche unvollständige und fehlerhafte Darstellungen“

 

Der ehemalige FBI-Direktor wurde von der FIFA für die Untersuchungen als unabhängiger Ermittler ausgewählt. Doch nun erhebt der Amerikaner schwere Vorwürfe gegen den veröffentlichten Abschlussbericht der FIFA-Ethikrichter unter dem Vorsitz des deutschen Juristen Hans-Joachim Eckert. Garcia berichtet von „zahlreichen unvollständigen und fehlerhaften Darstellungen der Tatsachen und Schlussfolgerungen“ und kündigte an, in Berufung zu gehen.

 

Zuvor hatte der Fußballweltverband einen 42-seitigen Bericht der Ethik-kommission veröffentlicht, in dem Russland und Katar von den Korruptionsvorwürfen freigesprochen worden sind. Auch Verbandspräsident Sepp Blatter war für unschuldig befunden und von jeglichem Verdacht der Bestechlichkeit oder irregulärer Einflussnahme befreit worden.

 

Die neuesten Aussagen von Garcia dürften nun allerdings weiteres Öl ins Feuer gießen. Schon in den letzten Wochen hatte es mehrere Forderungen, unter anderem auch vom Deutschen-Fußball-Bund, gegeben, den kompletten Bericht Garcias zu veröffentlichen. Dies schloss Blatter aber aus.

 

Lineker fordert „Auflösung der FIFA“

 

Auch in den sozialen Netzwerken schlug der Abschlussbericht der FIFA-Ethikkommission hohe Wellen. „Was geht mir das alles auf den Keks! Ein Bruchteil der Untersuchungsunterlagen wird veröffentlicht und ab in den Schredder mit dem Rest“, echauffierte sich der deutsche Sport-Journalist Frank Buschmann auf dessen Facebookseite. Noch weiter ging der ehemaliger englische Fußballer Gary Lineker. Er forderte auf seinem Twitteraccount gleich die „Auflösung der FIFA“.

 

 

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