Das Fed-Cup-Finale war eine Blamage - für den deutschen Fernsehzuschauer

Hochspannende und dramatische Spiele, ein sympathisch mitreißendes deutsches Team und eine Atmosphäre in der O2-Arena in Prag, die an Fußballspiele erinnerte - das Fed-Cup-Finale war die allerbeste Werbung für Frauentennis im Fernsehen. Schade nur, dass das in Deutschland kaum jemanden interessierte.

Der Kommentar zum Fed-Cup-Finale.



Von Sebastian Koch

 

Seit Jahren schreit die Öffentlichkeit, dass neben "König Fußball" auch andere große Sportarten mehr Übertragungszeit und Aufmerksamkeit in den großen deutschen TV-Sendern bekommen müssen. Handball, Basketball oder eben Tennis verkommen im großen Fußball-Schatten mehr und mehr zu Randsportarten - was nicht zuletzt auch an mangelnder Berichterstattung von Live-Ereignissen liegt. Der deutsche Sportfan hat mit diesen Aussagen und Befürchtungen Recht - tut jedoch alles dafür, dieses Szenario mit dem ihm zu Verfügung stehenden Mitteln voranzutreiben. Kurzum: Er meidet jeglichen anderen Sport.

 

Sat.1 bewies am Wochenende Mut und wollte das gesamte Fed-Cup-Finale im Hauptprogramm übertragen. Insgesamt wären das knapp 12 Stunden Live-Tennis im Free-TV gewesen. Schade, dass aber schon am ersten Tag nur ein vernichtend geringerer Marktanteil Angelique Kerber und Andrea Petkovic zuschauen wollte. Dass es nach dem 0:2-Rückstand dann am Sonntag nicht besser wurde, war logisch. Und so verwunderte es auch nicht, dass sich Sat.1 entschloss, das abschließende Doppel, eh ohne sportlichen Wert, nur noch im Internet zu übertragen.

 

Letztendlich schauen Sender auf die Quote. Und eben die müsste Sat.1 zu dem Schluss führen, dass es sich scheinbar nicht mehr lohnt, ein Frauen-Mannschafts-WM-Finale im Hauptprogramm live zu übertragen.

 

Bevor sich TV-Anstalten bezüglich ihren Sportübertragungen hinterfragen müssen, muss sich der deutsche Sportfan hinterfragen. Die Übertragung von Sat.1 war weltmeisterlich - der deutsche Sportfan ist es in der großen Mehrheit leider nicht.

 

 

 

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