Offiziell: Blatter kandidiert erneut

Der Amtsinhaber aus der Schweiz ist keineswegs amtsmüde und hat auf dem FIFA-Kongress in Zürich seine Kandidatur für die Präsidentsschaftswahlen im Mai nächsten Jahres offiziell gemacht. 




Von Sebastian Koch

 

Die Spatzen hatten es schon lange von den Dächern gepfiffen, nun hat Sepp Blatter endgültig Klarheit geschaffen. Der 78 Jahre alte Schweizer bekräftigte auf dem FIFA-Kongress in Zürich am Freitag seine Ambitionen, sein Amt keineswegs nach Ablauf der aktuellen Legislaturperiode zur Verfügung stellen zu wollen und stellt sich am 29. Mai 2015 erneut der Wahl zur Präsidentschaft.


Dass Blatter im Amt bestätigt werden wird, ist nach aktuellem Stand so gut wie sicher. Nach dem Verzicht von UEFA-Präsident Michel Platini hat bis heute nur dessen französischer Landsmann Jérôme Champagne seine Kandidatur öffentlich gemacht. Ihm werden allerdings keinerlei Chancen eingerechnet, den mächtigen FIFA-Chef ablösen zu können. Hinzu kommt, dass Champagne lange Zeit ein enger Mitarbeiter Blatters in der FIFA-Spitze gewesen ist und wohl kaum für einen Kurswechsel stehen würde, den der Verband so dringend benötigt. Weitere Kandidaten sind im Moment nicht in Sicht.

 

"Möchte der FIFA weiter dienen"


Blatter steht seit 1998 an der Spitze des Fußball-Weltverbandes und könnte bei einer Wiederwahl in seine fünfte Amtszeit gehen. Seine "Mission ist noch nicht beendet", hatte der umstrittene gelernte Volkswirt vor einiger Zeit gesagt. Er "möchte der FIFA auch in einer fünften Amtszeit zur Verfügung stehen und dienen", ließ Blatter dann heute in Zürich verlauten. 

 

Bei der Abstimmung kann sich Blatter zumindest schon einmal der Unterstützung des afrikanischen Kontinents sicher sein. Das ist nicht verwunderlich, hatte sich der Regent in seinen bisherigen Amtszeiten doch sehr für den Kontinent eingesetzt und diesen gefördert. Dass die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika ausgetragen wurde, wird vor allem als sein Verdienst angesehen. Dementsprechend solidarisch zeigte sich Hicham El-Amrani, der marokkanische Generalsekretär des afrikanischen Fußballverbandes CAF, als er vor wenigen Tagen erklärte, dass "Afrika Präsident Blatter bei den nächsten Wahlen einstimmig unterstützen" werden wird.

 

Probleme an allen Ecken und Enden

 

Dass sich keine aussichtsreichen Gegenkandidaten zu Blatter finden lassen, dürfte auch am Scherbenhaufen liegen, den Blatter hinterlassen würde. Das Image der FIFA hat speziell in den letzten Jahren gelitten. Korruption, Vetternwirtschaft mangelnde bis gar keine Transparenz und zuletzt die umstrittene WM-Vergabe an Katar haben dazu geführt, dass sich die FIFA selbst ins Abseits manövriert hat. 


Nach seiner letzten Wiederwahl im Jahr 2011 hatte Blatter eigentlich erklärt, 2015 nicht mehr kandidieren zu wollen. 

 


 

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