London ohne Konkurrenz - die genauen Zahlen zur Gastgeberwahl für die EM 2020

Die UEFA hat entschieden. Das Finale der Europameisterschaft 2020 findet in London statt. Dazu gesellen sich zwölf weitere Stadien aus ganz Europa, die von der Gruppenphase bis hin zum Viertelfinale Spiele ausrichten werden. Für die Statistikfreunde haben wir die genauen Zahlen der Wahlgänge.

 

 

Aus Genf berichtet Markus Schulze 

 

Ein Kontinent. Eine Europameisterschaft. 13 Gastgeber. Erstmals in der Geschichte der UEFA wird die EM über den gesamten Kontinent ausgespielt. Anlass ist der 60. Geburtstag des Turniers. Insgesamt haben sich 19 Länder mit ihren Stadien der Wahl des UEFA-Exekutivkomitee gestellt. Der Prozess wurde in vier Wahlgänge eingeteilt.

 

München zieht Final-Bewerbung kurzfristig zurück

 

Im ersten Wahlgang wurde der Ausrichter der beiden Halbfinals sowie des Endspiels gesucht. Neben der englischen Kandidatur machte sich auch der deutsche Verband Hoffnung auf das große Endspiel. Zu einem spannenden Wahlkampf beider Nationen sollte es aber gar nicht erst kommen. Deutschland zog seine Bewerbung zurück und ebnete so den Engländern den Weg zum Finale in London.

 

Mit Blick auf die EM 2024, die die Deutschen gerne komplett im eigenen Land hätten,  eine sicherlich kluge Entscheidung. Der Finalausrichter der EM 2020 hätte wohl keine Chancen auf die Ausrichtung der nächsten Europameisterschaft. 

 

Baku bekommt ein Viertelfinale

 

In der nächsten Phase wurde über die Austragungsorte der Viertelfinals entschieden. Dazu mit im Paket enthalten, sind drei Partien in der Vorrunde. Voraussetzung für eine Bewerbung hierfür war ein Stadion mit einer Mindestkapazität von 60.000 Zuschauern.  Die Mitglieder des Exekutivkomitees mussten sich anschließend auf vier Favoriten festlegen und diese absteigend mit vier bis einen Punkt bewerten. Nach Ende der Auszählung setzte sich München (38 Punkte) knapp vor Baku (37 Punkte, Aserbaidschan) durch. Auf Platz drei und vier landeten Sankt Petersburg (29 Punkte, Russland) und Rom (20 Punkte, Italien). Brüssel (11 Punkte, Belgien), Cardiff (3 Punkte, Wales) und Budapest (Ungarn, 2 Punkte) gingen dagegen leer aus.

 

Glasgow sticht Cardiff um einen Punkt aus

 

Im Vorfeld der Abstimmung wurde das Teilnehmerfeld in sechs geografische Zonen eingeteilt. In der dritten Phase wurden die Zonen berücksichtigt, die bisher noch keinen Austragungsort zugesichert bekommen hatten. In der skandinavischen Zone setzte sich Kopenhagen (13 Stimmen, Dänemark) gegen Stockholm (3 Stimmen, Schweden) durch. Bukarest (12 Stimmen, Rumänien) behielt in der "Centre-East"-Zone gegen Budapest (3 Stimmen, Ungarn) die Oberhand. Beide Städte sind somit Gastgeber von einem Achtelfinale und drei Gruppenpartien.

 

Von den verbliebenen Nationen stellten sich acht Stadien zur letzten Wahl in der vierten Runde. Erneut durften die Mitglieder je nach Präferenz Punkte verteilen. Der Erstplatzierte erhielt sechs Punkte, während das sechste Land sich über einen Zähler freuen konnte. Amsterdam (Niederlande) sammelte 58 Punkte und gewann den vierten Durchgang souverän. Auf den nächsten Plätzen folgten Dublin (55 Punkte, Irland), Bilbao (50 Punkte, Spanien), Budapest (48 Punkte, Ungarn), Brüssel (43 Punkte, Belgien) und Glasgow (22 Punkte, Schottland). Ganz bitter lief die Endabstimmung für die walisischen Vertreter aus Cardiff - lediglich ein einziger Zähler (21 Punkte) fehlte.  Mit 18 Punkten bildete Stockholm (Schweden) das Schlusslicht der Runde.


 

 

 

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