"Müssen uns nicht verstecken" - Deutsche U21 ungeschlagen in die Play-Offs

Im abschließenden Gruppenspiel gibt es für den DFB-Nachwuchs ein Torfestival, das dem Team für die Play-Offs Mitte Oktober genügend Selbstvertrauen geben sollte..



Aus Magdeburg berichtet Sebastian Koch

 

Die deutsche U21-Auswahl hat als ungeschlagener Gruppensieger die finale Play-Off-Runde zur EM-Endrunde in Tschechien m nächsten Jahr erreicht. Beim abschließenden Gruppenspiel in Magdeburg setzte sich die Mannschaft von Trainer Horst Hrubesch vor nur etwas mehr als 2000 Zuschauern auch in der Höhe völlig verdient mit 8:0 (4:0) gegen Rumänien durch.

 

DFB-Nachwuchs erwischt Traumstart

 

Bereits vor dem Spiel in der MDCC-Arena stand die Play-Off-Teilnahme fest, doch Hrubesch wollte „die Gruppe natürlich ohne Niederlage abschließen“ und „Selbstvertrauen für die Play-Offs holen.“ Doch an Selbstvertrauen mangelte es der ältesten Nachwuchsauswahl des DFBs augenscheinlich auch schon vor der Partie nicht. So waren gerade einmal 23 Sekunden gespielt, als der Neu-Liverpooler Emre Can Yunus Malli von Mainz 05 mustergültig bediente. Dieser hatte keine Probleme mehr, Laurentiu Branescu im rumänischen Gehäuse zu umkurven und den Ball ins leere Tor einzuschieben.

 

Die Gäste zeigten sich von der kalten Dusche geschockt, die Hrubesch-Elf spielte dagegen weiter munteren Offensivfußball – ganz so, wie es der ehemalige Weltklasse-Offensive vor der Partie gefordert hatte. Verfehlte Kapitän Moritz Leitner nach zehn Minuten das Tor mit einem Distanzschuss noch knapp, besorgte Philipp Hofmann wenig später das 2:0. Bereits sein sechster Treffer im erst neunten U21-Länderspiel. Eine Quote, die zu Höherem streben lässt. Dem Treffer vorausgegangen war ein tolles Solo vom Mainzer Jonas Hofmann, an dessen Ende Namenvetter Philipp nur noch den Fuß hinhalten musste. Zu dem Zeitpunkt waren gerade einmal zwölf Minuten gespielt. Amin Younes erhöhte vier Minuten später nach einem kurz ausgeführten Freistoß von Freiburgs Christian Günter sogar auf 3:0.

 

Hofmann-Duo zaubert

 

Bis zur Halbzeit erspielte sich eine entfesselte deutsche Jugendnationalmannschaft weitere hochkarätige Chancen und so war es nur eine Frage der Zeit, bis auch weitere Tore fallen würden. Torschütze Hofmann verfehlte nach einem Eckball aus kurzer Distanz, Malli und erneut Hofmann, der die Latte traf, machten es wenig später nicht besser.

 

Ganz im Gegensatz zu Jonas Hofmann. Der Neuzugang des FSV Mainz 05 krönte kurz vor dem Halbzeitpfiff seine bis dato überragende erste Halbzeit mit dem 4:0. Beide Hofmanns verdienten sich in der ersten Halbzeit Bestnoten in der Offensive, während auf der anderen Seite Torwart Timo Horn bei seinen seltenen Prüfungen sicher agierte und große Ruhe ausstrahlte.

 

Hofmann trifft wieder die Latte, Schulz und Can zaubern

 

In den ersten Minuten nach der Pause schaltete die Hrubesch-Elf einen bis zwei Gänge zurück. Da die Gäste aus Rumänien qualitativ nicht zulegen konnten, entwickelte sich in der ersten Viertelstunde ein müder Sommerkick. Dieser fand ein abruptes Ende, als der kleingewachsene Leitner ganz hoch sprang. Sein Kopfball wurde von Branescu allerdings aus spektakulär Art und Weise geklärt.

Dennoch fungierte diese Chance als Weckruf für den DFB-Nachwuchs, der den Gegner fortan tief in die Hälfte drängte und sich – wie in der ersten Halbzeit – eine Vielzahl an Chancen erspielte. Wieder war es Philipp Hofmann, der das Ziel in der 61. Minute nur knapp verfehlte. Zwei Minute später sorgte dann eine Traumkombination zwischen Can und dem Berliner Nico Schulze für das nächste Tor. Nach einem Doppelpass der beiden hatte der zur Halbzeit eingewechselte Schulz frei vor Branescu wenig Mühe, einzuschieben.

 

Der Elf von Trainer Bogdan Stelea fehlten schlichtweg die Mittel, um zumindest in die Nähe eines Ehrentreffers zu kommen. Bei den wenig gefährlichen Einzelaktionen oder Distanzschüssen erwies sich zudem Horn auch nach dem Seitenwechsel als sicherer Rückhalt. Gleichzeitig zeigte die deutsche Mannschaft, bei der inzwischen auch U19-Europameister Niklas Stark auf dem Platz war, in der Schlussphase ihre Konterstärke. Einen solchen Gegenangriff schloss Verteidiger Danny da Costa von Zweitligist Ingolstadt 04 zum 6:0 ab (83.). Drei Minuten später war es Debütant Stark vergönnt, per Kopf auf 7:0-Endstand zu erhöhen. Eine Minute vor Schluss erzielte Jonas Hofmann das 8:0 – nicht nur nach Toren war der Mainzer damit der stärkste Mann auf dem Platz. Nach dem Abpfiff sprach der Torschütze selbst von seinem „besten U21-Länderspiel“.  

 

„Müssen uns nicht verstecken“

 

Für die DFB-Delegation geht es nun am Freitag nach Nyon, wo die Play-Off-Runde ausgelost wird. Hrubesch selbst fährt nach eigener Aussage „froher Dinge“ in die Schweiz, gab aber klar zu verstehen, dass dieses Rumänien keinen Maßstab für die kommende Aufgabe darstellte. „In den Play-Offs werden wir auch wieder verstehen müssen, Tore zu verhindern“, blickte der 63-Jährige voraus, der 2009 bereits mit einer deutschen U21 Europameister war, räumte zudem aber auch ein, dass  das Team „mit einer breiten Brust“ in die Duelle geht und es sich „nicht verstecken muss.“ 

 

 

 

 

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