Alfredo di Stefano gestorben

Der ehemalige Anführer des "weißen Balletts" erlag am Montag an den Folgen eines Herzinfarkts.

 

 

Von Sebastian Koch

 

Alfredo di Stefano ist tot. Der Ehrenpräsident von Real Madrid verstarb nach offiziellen Angaben des spanischen Fußballverbands am heutigen Montag im Alter von 88 Jahren in der spanischen Hauptstadt.

 

Anführer des "weißen Balletts"

 

Di Stefano zählt zu den besten Spielern aller Zeiten und wurde 1957 und 1959 zu "Europas Fußballer des Jahres" gewählt. "Fußball ohne Tore ist wie ein Tag ohne Sonne", so das Motto, das di Stefano lebte wie kein Zweiter.

 

Zu acht Meisterschaften schoss er die Madrilenen zwischen 1953 und 1963. In 282 Ligaspiele für Real erzielte er 216 Tore und galt als Kopf des "weißen Balletts" - jenem Team, das mit Superstars wie unter anderem Ferenc Puskas oder Jose Santamaria zwischen 1956 und 1960 fünfmal in Folge den Europapokal der Landesmeister gewinnen konnte. Für eine Weltmeisterschaft konnte sich di Stefano, der für Argentinien, Kolumbien und Spanien auflief, allerdings nie qualifizieren.

 

Auch als Trainer erfolgreich - erster UEFA-Ehrenpräsident

 

Nach dem Ende seiner aktiven Karriere wechselte di Stefano auf die Trainerbank. Als Verantwortlicher führte er die Boca Juniors Buenos Aires 1969 und River Plate Buenos Aires 1981 zum nationalen Titelgewinn. Mit dem FC Valencia wurde er zudem 1971 spanischer Meister und 1980 Europapokalsieger der Pokalsieger.

 

Als Trainer von Real Madrid blieb di Stefano in zwei Amtszeiten (1982 bis 1984 und 1990 bsi 1991) ohne Titel. Die Königlichen benannten jedoch das Stadion ihrer zweiten Mannschaft nach ihrer langjährigen Verins-Ikone. Zudem wurde di Stefano 2000 zum Ehrenpräsidenten ernannt. Bei der FIFA-Wahl zum "Spieler des 20. Jahrhunderts" wurde di Stefano Vierter und landete damit noch Diego Maradona oder Puskas. Des Weiteren ernannte der europäische Fußballverband UEFA di Stefano 2008 zum ersten Ehrenpräsidenten seiner Geschichte.

 

Zuletzt gab es immer wieder besorgniserregende Berichte über den Gesundheitszustand di Stefanos. Vor drei Tagen musste er nach einem Herzinfarkt 18 Minuten lang reanimiert werden. Heute erlag er den Spätfolgen.

 

 

 

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