Endlich wieder "Zeit, dass sich was dreht" - die musikalische WM-Historie

Die Fußball-WM in Brasilien steht vor der Tür. Auf uns warten hoffentlich spannende Spiele, spektakuläre Tore und jede Menge gute Laune. Eines darf dabei natürlich auf gar keinen Fall fehlen – der passende Soundtrack zur Party des Sommers.

 

 

Von Markus Schulze und Sebastian Koch

 

Der Ursprung der offiziellen WM-Hymnen stammt aus dem Jahr 1962. Damals wurde in Chile um den goldenen Pokal gekickt und die Band „Los Ramblers“ hatte die Ehre, den ersten WM-Song beisteuern zu dürfen. Mit dem peppig rockigen „El Rock del Mundial“ begann in Südamerika eine Tradition, die noch bis heute anhält. Während bei der Weltmeisterschaft 1966 noch das Maskottchen „World Cup Willie“ singen durfte, sind im Laufe der Fußballgeschichte namhafte Musikgrößen in den Kreis hinzugestoßen. Placido Domingo, Ricky Martin, Anastacia, Shakira und viele mehr verpassten mit ihren Hits den Turnieren ihre musikalische Note. Beim Sommermärchen 2006 in Deutschland war es Herbert Grönemeyer, der mit „Zeit, dass sich was dreht“ eine ganze Nation mit dem Fußball-Fieber infizierte. An den zweiten offiziellen Song „The Time of Our Lives“ von Il Divo und Tony Braxton kann sich dagegen kaum ein Fan mehr entsinnen.

 

 

Rockig und jazzig ging es 1962 mit "El Rock del Mundial" zu. 

 

Herbert Grönemeyer mit seinem WM-Song 2006 "Zeit, dass sich was dreht"

 

Acht Jahre davor heizte der puerto-ricanische Pop-Sänger Ricky Martin 1998 den Fans  in Frankreich mit seinem Hit "La Copa de la Vita" mächtg ein. 2002 sang Anastacia mit "Boom" den offiziellen Song zur WM in Japan und Südkorea. 

 

Am Donnerstagabend wird der amerikanische Rapper Pitbull mit „We Are One (Ole Ola)“ die WM in der Arena de Sao Paulo eröffnen. Ihm zur Seite stehen Landsfrau Jennifer Lopez und Claudia Leitte, die aus dem Gastgeberland Brasilien stammt. Das Trio folgt auf Hüftschwung-Meisterin Shakira, die in Südafrika mit "Waka Waka" einen Welt-Hit landete, der auch vier Jahre danach noch zu den Top-Songs in Fußballarenen zählt. Der zweite Track in Brasilien kommt vom schwedischen DJ Avici, der zusammen mit Carlos Santana und Wyclef Jean den Titel „Dar Um Jeito“ singen wird.

 

 

Pitbull und Jennifer Lopez mit dem offiziellen Song für die WM 2014 " We Are One".

 

Doch neben den offiziellen Titeln gibt es speziell in Deutschland auch eine Menge Songs von anderen Künstlern, meist „D-Promis“, die versuchen, den Sommer noch stimmungsvoller zu gestalten. Manchmal gelingt dies, meist geht der Versuch aber gewaltig in die Hose.

 

Bestes Beispiel in diesem Jahr ist hierfür Dschungel-Königin Melanie Müller mit ihrem Lied „Deutschland schießt ein Tor“. "Ohren zu und durch"  denkt man sich auch bei Annemarie Eilfeld, Ex-DSDS-Teilnehmerin, und ihrem „Er steht im Tor“. Dort heißt es in den ersten Zeilen „Ich hab mich im Leben noch nie für Fußball interessiert“ - nach schmerzhaften drei Minuten und drei Sekunden fragt man sich, warum dies nicht so geblieben ist.

 

Auch Ex-Bachelor Paul Janke („I Wanna Live In Brazil“) und der prominente Entertainer Stefan Raab, („Wir kommen, um ihn zu holen“) probierten sich eher erfolglos. Dass es auch anders geht, beweist Mister Santos mit seinem „Dicken Dicken Ding“. Der Song und das Video dazu, bestückt mit einigen deutschen Prominenten, lassen auf einen erfolgreichen Sommer 2014 hoffen. Selbst „Kaiser“ Franz Beckenbauer hat es sich nicht nehmen lassen und "überzeugt" (naja...)  mit einem kurzen Gastauftritt.

 

 

Das ging mächtig daneben: Dschungelkönigin Melanie Müller erntete für "Deutschland schießt ein Tor" viel Hohn und Spott. Durchaus nachvollziehbar...

 

 

Zum WM-Titel rappen? Mister Santos und sein "Dickes dickes Ding" bekam durchweg positives Echo.

 

Apropos Franz Beckenbauer. Für die etwas älteren Leser sind natürlich auch jene WM-Endrunden unvergessen, bei denen deutsche Nationalspieler noch selbst zum Mikro griffen. Allen voran ist da natürlich Beckenbauers herrlich schräges "Gute Freunde kann niemand trennen" zur WM '66 zu nennen. Wir können von Glück sagen, dass der Kaiser die Fußballkarriere der Musiklaufbahn vorgezogen hat.

 

Aber auch das musikalische Meisterstück von Pau Breitner & Co. vor der Heim-WM 1974 möchte man (nicht) missen. "Fußball ist unser Leben" sangen die späteren Weltmeister. Wenn der Titel die logische Folge wäre, könnten wir uns doch auch mit einem Nationalmannschafts-Song von Bastian Schwiensteiger, Lukas Podolski & Co. arrangieren, oder?

 

 

Herrlich schräg: Zwölf spätere Weltmeister, darunter Paul Breitner und Uli Hoeneß, mit dem Nationalmannschafts-Song zur WM '74 "Fußball ist unser Leben". Musikalisch aber hochwertig im Vergleich zu ...

 

 

Franz Beckenbauers Debüt-Song "Gute Freunde kann niemand trennen" acht Jahre zuvor. Es blieb, Gott sei Dank, bei diesem Debüt...

 

 

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