Das Warten hat ein Ende

Am Abend wird in Brasilien mit der Partie des Gastgebers gegen Kroatien die 20. Weltmeisterschaft eröffnet. 

 

 

Von Markus Schulze

 

Das lange Warten hat endlich ein Ende! Die meisten Fahnen hängen schon auf den Balkonen, etliche Panini-Sticker wurden getauscht und das Bier steht seit Wochen gekühlt parat. Die Party des Jahres kann beginnen! Vier Wochen lang werden alle Augen nach Brasilien gerichtet sein. Besonders in Sao Paulo ist mit Ausnahmezustand im doppelten Sinne zu rechnen. Dort eröffnet auf der einen Seite der Gastgeber Brasilien um 22 Uhr MESZ das Turnier. Die Mannschaft von Luiz Felipe Scolari trifft dabei auf Kroatien. Auf der anderen Seite müssen wir auch auf die soziale Dimension schauen und sind natürlich auch "gespannt", ob die Massenproteste aus den letzten Monaten auch heute wieder dutzende Menschen wieder auf die Straße treiben wird. 

 

Der Rekord-Weltmeister eröffnet und steht bereits unter Druck

 

Bereits fünf Mal durfte die Selecao schon den goldenen WM-Pokal in die Luft heben. Kommt in diesem Jahr der sechste Triumph hinzu? Der Druck ist immens. Nicht nur die Vorfreude der Fans auf das Turnier ist riesig. Nach dem Erfolg beim Confederations Cup 2013 ist auch die Erwartungshaltung des Volkes in die Höhe gewachsen. Damals wurde der amtierende Weltmeister Spanien mit 3:0 im Finale bezwungen. Ein Ausrufezeichen in Richtung der Konkurrenz. Man darf gespannt sein, wie die Brasilianer in diesem Jahr mit dem Druck umgehen werden. Die Qualität im Kader ist auf jeden Fall vorhanden.

 

Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Neymar. Der 22-Jährige ist der Shooting- und gleichzeitig Superstar in seiner Heimat und eine etablierte Größe beim FC Barcelona. Beim letztjährigen Confed Cup überzeugte er mit seinen guten Leistungen und wurde zurecht mit dem „Goldenen Ball“ belohnt. Mit Luiz Gustavo (VfL Wolfsburg) und Dante (FC Bayern München) sind auch zwei Akteure aus der Bundesliga beim Gastgeber vertreten. Der letzte Test gegen Serbien (1:0) verlief allerdings eher schleppend. Es bedarf einer großen Leistungssteigerung, um die Euphorie des Volkes aufrecht zu erhalten.

 

Kroatien mit Bekannten auf Feld und Trainerbank

 

Während sich die Brasilianer als Gastgeber logischerweise nicht für die Endrunde qualifizieren müssten, lief es dort für Kroatien alles andere als rund. In der Gruppenphase lag man weit hinter Belgien und musste den Umweg über die Play-Offs nehmen. Dort taten sich die Kroaten gegen den Fußball-Zwerg aus Island sehr schwer. Ein 2:0-Sieg im Rückspiel vor heimischer Kulisse sicherte dem Team vom in Deutschland aus seiner aktiven Bundesliga-Zeit bestens bekannten Nationaltraner Niko Kovac letztendlich doch das Ticket nach Brasilien. Eigentlich verwunderlich, dass die Qualifikation so holprig verlief, denn der Kader rund um Superstar Luka Modric gibt mehr her.

 

Prachtstück der Kroaten ist das Mittelfeld rund um Modric, Ivan Raktic und den erst 19-jährigen Mateo Kovacic. Mit Mario Mandzukic und Ivica Olic sorgen zwei ebenfalls altbekannte Kräfte aus der Bundesliga für Gefahr in der Sturmspitze. Bitter – aufgrund einer roten Karte in den Play-Offs fehlt (noch-)Bayernstürmer Mandzukic im Eröffnungsspiel. In der Begegnung gegen Brasilien geht Kroatien mit Sicherheit nicht als Favorit ins Rennen. Der Fokus liegt auf den Spielen gegen Kamerun und Mexiko, in denen es um den zweiten Platz in der Gruppe A geht.

 

Die Arena de Sao Paulo ist mit 65.000 Zuschauern restlos ausverkauft. Vor dem Spiel gibt es natürlich wieder eine feierliche Eröffnungszeremonie, die um 20.15 Uhr beginnt. Wir haben lange genug gewartet – es wird „Zeit, dass sich was dreht“.

 

 

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