Bayern vor Pokalfinale unter Druck

Vor dem Pokalfinale stehen vor allem die Bayern unter Druck. Nach dem Debakel gegen Finalgegner Dortmund in der Liga und im Finale vor zwei Jahren müssen die Bayern gleich zwei Rechnungen begleichen. Doch personelle Probleme prägen die Vorbereitung des Meisters. Dortmund kann dagegen fast aus dem Vollen schöpfen und hofft auf Robert Lewandowski, dem ein besonderes Spiel bevorsteht.

Wir steigen in die Zeitmaschine und schauen zwei Jahre zurück. Es ist der 12. Mai 2012. Borussia Dortmund schlägt den FC Bayern München im Finale des DFB-Pokals mit 5:2. Shinji Kagawa, Mats Hummels und Robert Lewandowski schossen die Schwarz-Gelben damals zum denkwürdigen Pokalerfolg. Heute, zwei Jahre später, haben die Bayern die große Chance auf Wiedergutmachung.

 

Es sah alles nach einer weiteren Monstersaison des FC Bayern aus. Die Verteidigung des Triple schien im Bereich des Möglichen. Doch Knackpunkt der Saison sollte ausgerechnet die frühste deutsche Meisterschaft aller Zeit werden. Trainer Pep Guardiola hakte den Ligawettbewerb komplett ab, was sich im Nachhinein als riesiger Fehler herausstellte. In der Bundesliga folgten mäßige Leistungen und in der Champions League blamierte man sich im Halbfinale gegen Real Madrid. Guardiola geriet erstmals öffentlich unter Kritik. Besonders die stetige Rotation auf dem Platz sorgte bei den Fans für eine Menge Unmut.

 

Mandzukic nicht im Kader

 

Auch personell brodelt es ordentlich beim deutschen Rekordmeister. Mario Mandzukic wurde erst gar nicht für das Aufgebot berücksichtigt. Angesichts seiner fantastischen Trefferquote in dieser Saison (18 Tore in der Bundesliga und vier Treffer im DFB Pokal) eine durchaus gewagte Entscheidung Guardiolas, die für ordentlich Diskussionsstoff sorgt. „Dass Mandzukic nicht dabei ist, ist meine Entscheidung. Ich habe an andere Spieler gedacht. Er hätte spielen können“, erklärte der Spanier auf der Pressekonferenz. Die Tage des Kroaten beim FC Bayern München scheinen indes gezählt. In den letzten Tagen wurde wild über ein Tauschgeschäft mit dem FC Chelsea London diskutiert. Im Gegenzug würde Innenverteidiger David Luiz den Weg von der Themse an die Isar finden.

 

Mit Bastian Schweinsteiger und Thiago Alcantara fallen zwei wichtige Säulen des bayrischen Mittelfelds verletzungsbedingt aus. Während Schweinsteiger noch auf die WM in Brasilien hoffen darf, steht bei Thiago eine Teilnahme außer Frage. Zudem plagt sich Franck Ribery seit einigen Tagen mit starken Rückenproblemen herum. Der Klub aus München muss außerdem auch den Ausfall von David Alaba kompensieren. Auf seiner Position dürfte Diego Contento zum Einsatz kommen.

 

Klopp-Show auf der Pressekonferenz

 

Jürgen Klopp kam in feinen Zwirn auf die Pressekonferenz und hatte sichtlich gute Laune. Auf die Frage, wie dieses Spiel enden wird, antwortete Klopp: „Es wird kein Unentschieden geben.“ Dazu erklärte er seinem spanischen Kollegen kurz und bündig, was für Vorteile ein Pokalgewinn hat: „Da kannst Du was reinfüllen. Man lernt schnell damit umzugehen.“  Seine gute Laune zu Saisonende hat auch allen Grund. Der BVB präsentierte sich in den letzten Wochen in starker Verfassung und sicherte sich schon frühzeitig die Vizemeisterschaft.

 

Nach dem Gewinn des Supercups im letzten Sommer (4:2 gegen den FC Bayern München) soll nun der DFB-Pokal als krönender Abschluss folgen. Für Robert Lewandowski könnte es der letzte Titelgewinn bei der Borussia. Er wird nach der Saison zum ungeliebten Konkurrenten aus München wechseln. Bisher war der Pole in vier Jahren zehn Mal im DFB-Pokal erfolgreich. Unter der Woche laborierte der Pole an Wadenproblemen, sein Einsatz steht aber nicht auf der Kippe.

 

Mit Sicherheit nicht dabei ist Ersatztorwart Mitchell Langerak, der sich unter der Woche am Knie verletzte. Dazu kommen die bekannten Langzeitverletzten Ilkay Gündogan, Sven Bender, Neven Subotic und Jakub Blaszczykowski. Alle Vier standen im letzten Jahr noch im Champions-League Finale in der Startelf.

 

Direkter Vergleich geht an Dortmund

 

In der aktuellen Spielzeit sind beide Mannschaften bisher drei Mal aufeinander getroffen. Während die Dortmunder im Supercup die Nase vorn behielten, schlugen die Bayern im November letzten Jahres in der Bundesliga zurück. Mit 3:0 wurde die Auswärtspartie im Signal-Iduna Park für sich entschieden. Brisant – den Führungstreffer erzielte der eingewechselte Mario Götze. Der ehemalige Dortmunder hat heute gute Chancen auf einen Platz in der Startaufstellung. Im letzten Aufeinandertreffen machten die Dortmunder die Heimniederlage wett und entführten ebenfalls mit einem 3:0 die Punkte aus München.

 

Es ist auf jeden Fall angerichtet für ein Fußballfest der Superlative. Das Berliner Olympiastadion ist mit 74.907 restlos ausverkauft. Dazu wird das Endspiel in 189 Ländern übertragen.

 

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