Ohne Gomez und Adler, dafür mit vier Neulingen

Bundestrainer Joachim Löw hat bei seiner erweiterte WM-Kader-Bekanntgabe für Überraschungen gesorgt und sich gegen Härtefall Mario Gomez entschieden.

 

 

Von Sebastian Koch

 

Wow! Da steht er also. Seit Monaten haben wir spekuliert, wer nach Brasilien fahren darf. Jetzt wissen wir es (zumindest fast). Bundestrainer Joachim Löw hat bei bei seiner Kadernominierung für viele Überraschungen gesorgt und - unter anderem auch - den angeschlagenen Sami Khedira nominiert. Doch schauen wir uns die Mannschaftsteile im Einzelnen an.

 

Tor:

Dass an Manuel Neuer kein Weg dran vorbeiführt, war klar. Auch die Nominierung von Roman Weidenfeller überrascht wenig. Wohl aber die von Ron-Robert Zieler. Der Hannoveraner war im Vorfeld bei Spekulationen um die "Nummer drei" eher abgeschlagen hinter seinen Konkurrenten Marc-André ter Stegen, Bernd Leno oder auch René Adler. Jetzt ist Zieler dabei und die scheinbar stärkeren Konkurrenten müssen sich die Weltmeisterschaft zu Hause anschauen. Alerdings sollte der dritte Torwart nicht vorrangig für das Abschneiden in Brasilien verantwortlich sein.

 

Abwehr:

Angeführt von Kapitän Philipp Lahm tummelt sich auch im Defensivverband die ein oder andere Überraschung. Shkodran Mustafi stand schon gegen Chile im Kader, kam allerdings nicht zu Einsatz. Noch gar nicht im A-Kader stand Dortmunds Erik Durm, der überhaupt erst 19 Bundesligaspiele absolviert hat. Zudem ist die Nominierung von Marcell Jansen überraschend, der mit dem Hamburger SV in den nächsten Tagen sogar noch um den Bundesliga-Verbleib kämpfen muss. Der 45-fache Natonalspieler ist der einzige des Bundesliga-Dinos, der noch Chancen auf ein WM-Ticket hat. Zudem steht auch Matthias Ginter im Kader, über dessen Rolle allerdings noch gestritten werden darf. In Freiburg in der Verteidigung, wird er vom DFB im Mittelfeld geführt. Dennoch dürfte die Chancen des einmaligen Nationalspielers eher in der Defensive liegen. Weiterhin sind Kevin Großkreutz, Mats Hummels, Jérôme Boateng, Benedikt Höwedes, Per Mertesacker und Marcel Schmelzer im Kader.

 

Mittelfeld:

Gleich zu Beginn der Präsentation stellte Löw klar, dass er mit Sami Khedira plant. Er sei "bei ihm ein kalkuliertes Risiko eingegangen" und "stehe dazu", betonte der Bundestrainer mit Hinblick auf die komplizierte gesundheitliche Lage des Mittelfeldspielers von Real Madrid, der sich vor etwa einem halben Jahr einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Bastian Schweinsteiger ist der erfahrenste Mittelfeldakteur und darf einige Neulinge "an die Hand nehmen". Darunter sind die beiden Schalker Max Meyer und Leon Goretzka. Beide hatte Löw unter der Woche explizit gelobt, sodass die Nominierung zwar nicht sicher war, aber auch nicht aus heiterem Himmel kam. Auch Augsburgs André Hahn steht im Kader, der - wie Mustafi - zwar schon einmal im Aufgebot stand, allerdings nicht zum Einsatz kam. Weiterhin nominiert sind Lars Bender, Julian Draxler, Mario Götze, Toni Kroos, Thomas Müller, Mesut Özil, Lukas Podolski, Marco Reus und André Schürrle.

 

Sturm:

Wer, wenn nicht er? Miroslav Klose steht im Kader und darf weiter auf seine vierte WM hoffen. Dagegen ist Mario Gomez nicht dabei. Durchaus ein Paukenschlag, obwohl der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig für den AC Florenz zuletzt verletzungsbedingt kaum spielen konnte. Mit dabei ist Hoffenheims Kevin Volland, einer der Entdeckungen der Saison.

 

 

  

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