Liverpool patzt - Chelsea und Manchester wieder mit Chancen

Ausgerechnet Steven Gerrard leitete die 0:2-Heimniederlage im Spitzenspiel gegen Chelsea London ein.

 

 

Von Sebastian Koch

 

Nein, dramatischer kännen die letzten beiden Spieltage wohl nicht werden. Nach zwölf Siegen in Folge wähnte sich am Sonntagmorgen wohl schon so manch siegesgewisser Liverpool-Fan am Ziel aller Träume und hatte demnach schon alles für eine Meisterschaftsfeier vorbereitet. Dass Chelsea-Trainer José Mourinho zudem nur eine stärkere B-Elf in das Spitzenspiel bei den 'Reds' schickte, sollte  - so der Meisterplan - dem Tabellenfüher zusätzlich in die Karten spielen. Doch es kam anders...

 

Liverpool drückt, Gerrard patzt, Ba trifft


Wie schon unter der Woche im Champions-League-Halbfinalhinspiel gegen Atletico Madrid konzentrierten sich die Gäste hauptsächlich aufs Verteidigen. Einem Schuss von Ashley Cole in den Anfangsminuten folgten kaum mehr Offensivakzente der zum Siegen verdammten Hauptstädter, die mit dem deutschen Nationalspieler André Schürrle von Beginn an spielten. Doch auch der Gastgeber konnte in der heimischen 'Anfield Road' keine zwingenden Angriffe kreieren.

 

Zwar scheiterten Philipp Coutinho, Mohammadou Sakho und Luis Suarez aussichtsreich, doch der mögliche Titelgewinn - der erste seit 1990 - erwies sich schwere Bürde und lähmte das in dieser Spielzeit so offensive und erfolgreich Spiel der Mannschaft von Teamchef Brendan Rodgers. Und so kam es, wie es - laut Fußball-Phrase - kommen musste.

 

Ausgerechnet Steven Gerrard war es, der in der Nachspielzeit mit einem kapitalen Bock die Niederlage einleitete. Der Kapitän, seit 1998 Identifikationfigur und Aushängeschild des Vereins, rutschte im Ballbesitz auf nassem Rasen als letzter Mann aus. Profiteur Demba Ba hatte keine Probleme, quasi mit dem Halbzeitpfiff die überraschende Führung für Chelsea zu erzielen.

 

Chelsea mauert, Liverpool drückt, Mou triumphiert


Auch in der zweiten Halbzeit zeigte sich meist ein - in diesen Wochen vom FC Bayern aus der Bundesliga - bekanntes Bild: Liverpool zeigte eine optisch dominierende Vorstellung, jedoch ohne dabei zwingende Torchancen erspielen zu können. Bei einem seltenen Angriff Chelseas scheitere Schürrle zudem am gut reagierenden Schlussmann Simon Mignolet.

 

Ein Konter in der Nachspielzeit brachte schlielich die Entscheidung, als Fernando Torres und Willian nach einer Ecke der Gastgeber plötzlich frei vor Mignolet auftauchten. Torres legte quer und so hatte der Brasilianer keine Mühe, ins leere Tor zu laufen. Gelaufen ist anschließend auch Mourinho, der sich nach einem 50-Meter-Sprint von den mitgereisten Fans feiern ließ. Chelsea ist durch den Sieg wieder auf zwei Punkte an Liverpool herangerückt. Auch Manchester City, das 2:0 bei Crystal Palace gewann, hat bei drei Punkten Rückstand und einem Spiel weniger wieder realistische Chancen auf die Meisterschaft.


Giggs siegt bei Trainerdebüt - Einigung mit van Gaal?


Derweil hat Manchester-United-Legende Ryan Giggs bei seinem ersten Spiel als (Interims)Trainer einen Sieg gefeiert. Zum 4:0-Heimsieg gegen Noweich City steuerte Wayne Rooney zwei Treffer bei.

 

Ob Giggs auch in der nächsten Saison noch als Trainer auf der Bank sitzen wird, ist dennoch unwahrscheinlich. Mehrere englische Medien berichteten am Wochenende, dass sich United mit dem Niederländer Louis van Gaal auf ein Engagement geeinigt hat. Der ehemalige Bayern-Trainer hatte angekündigt, seinen auslaufenden Vertag als Trainer der niederländischen Nationalmannschaft nach der Weltmeisterschaft nicht zu verlängern.

 

 

 

 

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