Union Berlin trennt sich von Neuhaus

Nach sieben Jahren beginnt in Berlin ab der kommenden Saison eine neue Zeitrechnung. Neuhaus schrieb bei Union Geschichte und stellte Rekorde auf.

 

 

Von Sebastian Koch

 

Überraschung in Berlin: Trainer Uwe Neuhaus hat am Samstagmorgen bekannt gegeben, dass er und Union ab der kommenden Saison getrennte Wege gehen werden. Der 54 Jahre alte Westfale hatte den Berliner Ost-Klub im Juli 2007 in der damals noch drittklassigen Regionalliga übernommen und die Qualifikation für neu eingeführte Dritte Liga geschafft. 

 

Etablierung im vorderen Mittelfeld der Zweiten Bundesliga


In der neuen Liga führte Neuhaus 'Eisern Union' zur ersten Meisterschaft in der Geschichte der Ligahistorie. Als Aufsteiger schaffte das Team  unter seiner Führung auf dem zwölften Platz souverän den Klassenerhalt in der Zweiten Bundesliga und verbesserte diese Leistung im Folgejahr um einen Rang.

 

2011/12 gelang es Neuhaus, sein Team der Sprung in das vordere Mittelfeld der Tabelle zu führen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten beendete Union die Saison als Siebter. In der darauffolgenden Saison kämpfte der DFB-Pokalfinalist von 2001 lange um den Aufstieg in die Bundesliga mit und erreichte schlussendlich erneut Platz sieben.

 

In dieser Spielzeit stand Berlin zur Winterpause erneut in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen, konnte die guten Leistungen in der Rückrunde jedoch nicht bestätigen. Mittlerweile wurde das Team um Kapitän Torsten Mattuschka auf den zehnten Platz durchgereicht und läuft den gestiegenen Erwartungen seit Monaten hinterher.

 

"Blicke mit Stolz zurück"


Das war wohl auch ausschlaggebend für die Entlassung zum Saisonende. Präsident Dirk Zingler äußerte sich am Morgen wie folgt zu der, trotz der enttäuschenden Leistungen in der Rückrunde, überraschenden Trennung: "Nach gründlicher Analyse der sportlichen Situation sind wir zu der Überzeugung gekommen, dass für eine erfolgreiche Arbeit in der kommenden Saison ein mentaler und emotionaler Neustart im sportlichen Bereich notwendig ist." Hierfür sei "ein personeller Wechsel auf der Cheftrainerposition" notwendig und "bietet die Chance für einen solchen Neustart."

 

Neuhaus zog in einer ersten Reaktion eine stolze und zufriedene Bilanz seiner Amtszeit: "Wir haben gemeinsam vieles erreicht und der Verein hat eine unglaubliche Entwicklung genommen.", resümierte er und weiter: "Den Weg von einem Club der Dritten Liga zu einem Verein mit dem Anspruch in die Bundeliga aufzusteigen als Cheftrainer begleitet und für Kontinuität im sportlichen Bereich gestanden zu haben, lässt mich mit Stolz auf die sieben Jahre zurückblicken."

 

Dienstältester Profi-Trainer in Deutschland

 

Mit Neuhaus wird der dienstälteste Trainer im deutschen Profifußball zum Saisonende entlassen. Des Weiteren war der ehemalige Co-Trainer von Michael Skibbe bei Borussia Dortmund der Coach mit der längsten Amtszeit bei Union. Drei Spiele verbleiben noch, ehe er am letzten Spieltag vor heimischem Publikum beim Spiel gegen 1860 München offiziell verabschiedet wird - es wird sein 250. und letztes Pflichtspiel als Trainer von Union sein.

 

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0