"Wir haben es selbst in der Hand" - Vorentscheidung im Abstiegskampf?

Am 32. Spieltag bahnt sich eine Vorentscheidung im Abstiegskampf an. Sollte der VfB Stuttgart am Freitagabend in Hannover mit einem Dreier vorlegen, wären Hamburg, Nürnberg und Braunschweig zum Siegen verdammt.

 

 

 

Von Sebastian Koch

 

Hannover 96 - VfB Stuttgart(Fr, 20.30 Uhr)

Seit mittlerweile drei Spielen sind die Stuttgarter ungeschlagen. Zwei Siege und ein Remis verschafften dem Team von Trainer Huub Stevens viel Luft im Abstiegskampf und so könnten die Schwaben mit einem weiteren Dreier am Freitagabend den Klassenverbleib so gut wie perfekt machen. Mindestens vier Punkte würde im Erfolgsfall der Vorsprung auf Relegationsplatz 16 betragen - im Idealfall kann der fünffache Deutsche Meister sogar den Klassenerhalt bejubeln. Doch das alles ist für Manager Fredi Bobic noch kein Grund, in Euphorie zu verfallen. "Wir sind noch nicht durch", betont der in dieser Saison nicht immer ganz unumstrittenen gewesene 42-Jährige, ergänzt aber auch: "Wir haben es selbst in der Hand." Inwieweit Stevens die erfolgreiche Elf vom letzten Sonntag (3:1 gegen Schalke) ändern wird, ist noch nicht klar. Besonders in der Offensive herrscht Rätselraten. Cacau? Timo Werner? Vedad Ibisevic? Oder doch Mo Abdellaoue, der an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt? Der Niederländer gab sich bedeckt, jedoch scheint Cacau die besten Chancen auf einen Platz in der Startformation zu haben.

 

Fast schon bedeutungslos ist das Spiel für die Mannschaft von Tayfun Korkut. Nach dem 3:2-Sieg vor einer Woche bei Eintracht Frankfurt hat Hannover nun acht Punkte Vorsprung auf den Hamburger SV. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn die 96er in den letzten drei Spielen noch einmal zittern. Allen branchenüblichen Dementis zum Trotz kann man davon ausgehen, dass Hannover nach einer schwierigen Saison das Ruder doch noch rechtzeitig rumgerissen hat und bereits vor dem heutigen Spieltag gerettet ist. Mit einem Sieg heute, wäre der Klassenerhalt dann auch nach Adam Riese perfekt. "Insofern wird die Mannschaft [..] alles daran setzen, wieder drei Punkte zu holen.", wird Korkut in einem Interview auf der Website des VfB Stuttgart zitiert.
Dem gebürtigen Stuttgarter fehlen allerdings sowohl Stammspieler Leonardo Bittencourt, als auch dessen Stellvertreter Edgar Prib auf Grund einer Gelbsperre. Aller Voraussicht nach wird deshalb Ex-Nationalspieler Jan Schlaudraff von Anfang an spielen dürfen. 

 

 

1. FSV Mainz 05 - 1. FC Nürnberg (Sa, 15.30 Uhr)

Mit einem Paukenschlag startete der 1. FC Nürnberg in die womöglich vorentscheidene Woche. Trainer Gertjan Verbeek wurde zu Wochenbeginn, nicht ganz ohne Nebengeräusche, geschasst. Obwohl der Niederänder seit seinem Amtsantritt vor knapp sechs Monaten eher glücklos agierte, kam die Entlassung für viele doch überraschend. Verbeek habe "nie hunderprozentig" erkannt, in "welcher Gefahr" der Klub stünde, begründete Manager Martin Bader die Entscheidung, bereits den zweiten Trainer in der laufenden Saison zu entlassen. Wie bereits in der Zeit zwischen Michael Wiesinger und Verbeek wird nun Roger Prinzen die Mannschaft interimweise betreuen. "Ich will nicht über den Abstieg, sondern über den Klassenerhalt reden.", gab der eigentliche Trainer der U23 die Marschrichtung vor. Ein Punkt fehlt den Franken auf den Relegationsplatz. Ein Punkt, der am liebsten bereits in Mainz aufgeholt werden soll.

 

Die Rheinpfälzer wollen ihrerseits mit einem Sieg ihre Europapokalambitionen untermauern.  Prinzens Pendant Thomas Tuchel muss im Heimspiel auf den gesperrten Niko Bungert verzichten, der durch Stefan Bell ersetzt werden wird.

 

FC Augsburg - Hamburger SV (So, 15.30 Uhr)

Startet Hamburg am Sonntag in die letzten drei Wochen nach 51 Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit? Es deutet alles daraufhin. Neben Augsburg müssen die Nordlichter auch noch gegen die Bayern und Mainz spielen - ein einfaches Restprogramm schaut anders aus. Kaum verwunderlich also, dass in den letzten Wochen vermehrt "Spione" aus Paderborn, Fürth und Kaiserslautern bei Spielen und Trainingseinheiten der Hamburger gesichtet wurden - die Relegation dürfte der letzte Strohhalm sein, an dem sich Fans, Spieler und Verantwortliche klammern können. Dass die Hanseaten am Sonntag auch noch auswärts gefordert sind, macht die Sache nicht besser. Nicht nur, dass Augsburg eine durchaus komplizierte Aufgabe darstellt - nein: Trainer Mirko Slomka hat in dieser Saison mit Hannover und Hamburg noch nicht einen einzigen Punkt in der Fremde geholt.

"Ich bete jeden Tag, dass wir nicht absteigen", gestand Hakan Calhanoglu unter der Woche. Tatsächlich gilt der Youngster als vielleicht einziger Hoffnungsträger für den einen Moment, der die Saison doch noch zum Guten wenden könnte. Kapitän Rafael van der Vaart fällt nach wie vor aus.

 

Ganz anders ist die Situation in Augsburg. Das Team von Trainer Markus Weinzierl spielt eine herausragende Saison und macht sich trotz vier Punkten Rückstand auf Mainz noch immer Hoffnungen auf die Europa League. "Wir haben eine reelle Chance [...] und die nehmen wir wahr", sagt Mittelfeldspieler Tobias Werner. Allerdings gilt auch für Augsburg, dass bei einer Niederlage am Sonntag wohl alle Träume begraben werden müssten. Zwei Teams, ein Gedanke: Bloß nicht verlieren. Uns erwartet ein rassiges und hochemotionales Sonntagsspiel.

 

 

am Wochenende spielen außerdem:

Bayern München - Werder Bremen (Sa, 15.30 Uhr)

1899 Hoffenheim - Eintracht Frankfurt

Hertha BSC - Eintracht Braunschweig

VfL Wolfsburg - SC Freiburg

Bayer Leverkusen - Borussia Dortmund (Sa, 18.30 Uhr)

Schalke 04 - Borussia Mönchengladbach (So, 17.30 Uhr)

 

 

 

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