Bayern trotz Kantersiegs glanzlos / Madrid triumphiert

Die Bayern stehen nach einem standesgemäßen 5:1-Sieg über den 1. FC Kaiserslautern im Pokal-Finale. Derweil hat in Spanien Real Madrid die Copa del Rey gewonnen. 

 

 

Von Sebastian Koch

 

Beim letzten Tor an diesem Abend war sie wieder da - die altbekannte Spielfreude der Bayern. Flügelflitzer Franck Ribéry drang in den Strafraum des Außenseiters aus der Pfalz ein und legte mit der Hacke auf Mario Götze ab, der keine Mühe hatte, den Ball an Torwart Tobias Sippel vorbei zum 5:1 (2:0)-Endstand einzuschieben. Hätte man nur diese Szene und das Endergebnis gesehen, so musste man davon ausgehen, dass der 1. FC Kaiserslautern nicht mehr als Laufkundschaft in der Allianz Arena gewesen war - und genau dieser Eindruck täuschte.

 

Behäbige Bayern benötigen Eckball zur Führung


Der Zweitligist verkaufte sich mehr als anständig beim Titelverteidiger und so fiel das Resultat am Ende um ein oder zwei Tore zu hoch aus. Besonders in den ersten zwanzig Minuten gelang es dem Tabellen-Vierten der Zweiten Bundesliga gut, den turmhohen Favoriten vom eigenen Tor fernzuhalten. Ein abgefälschter Kopfball von Thomas Müller landete zwar an der Querlatte der Mannschaft von Trainer Kosta Runjaic, doch mehr kam von den Bayern lange nicht. Stattdessen spielten die Pfälzer nach vorne und kauften mit einer angemessenen Pokalaggressivität dem Team von Pep Guardilola über die gesamte Spielzeit fast den Schneid ab. Einzig die Harmlosigkeit in der Offensive verhinderte ein auch nach dem Ergebnis ausgeglichenes Spiel.

 

Wie so typisch für ein Pokalspiel benötigte der Favorit eine Standardsituatiuon, um auf die Siegerstraße zu gelangen. Eine maßgeschneiderte Ecke von Arjen Robben verwandelte Bastian Schweinsteiger völlig freistehend per Kopf zur Münchner Führung (24.). Der Distanzschuss von Toni Kroos acht Minuten später zum 2;0 kam dann jedoch doch schon nach einer knappen halben Stunde einer Vorentscheidung gleich und war gleichbedeutend mit dem Halbzeitstand.

 

Robben fällt, Müller trifft, Traumfinale perfekt


Selbst die zur Pause noch vereinzelt verbliebenen (Wunsch)Optimisten  mussten kurz nach Wiedernapfiff endgültig alle Hoffnungen auf eine Sensation begraben. FCK-Verteidger Chris Löwe stellte sich im Zweikampf mit Robben denkbar dämlich an. Der Niederländer nahm den ausgetreckten Fuß des Ex-Dortmunders gerne an und ließ dem souveränen Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer gar keine andere Wahl, als den Bayern mit einem Elfmeter den Weg zum 3:0 zu ebnen. Thomas Müller verwandelte diesen sicher.

 

Das größte Problem der Gäste an diesem Abend stellte die Offensive dar. Machten die Gäste im Mittelfeld und in der Defensive ihre Arbeit gut, so versagten sie beim letzten Pass zu oft. Auch das war ein Grund, weshalb nach dem Treffer von Simon Zoller in der 60. Minute keine wirklich Spannung mehr aufkommen wollte. Mario Mandzukic (78.) und Mario Götze schraubten das Ergebnis noch auf ein standesgemäßes Niveau, das die Mannschaft des Champions-League-Halbfinalisten aber selbst selten erreichte.

 

Das störte allen voran Sport-Vorstand Matthias Sammer, der nach dem Spiel bei "Sky" wetterte: "Wir sind glücklich, dass wir im Finale sind. Aber ich bin nicht glücklich, wie wir spielen. Wir haben viele Konzentrationsfehler, wir haben zu wenig Gruppendynamik." Klare Worte des Berufsmahners, der damit jedoch Recht hatte. Für die beiden Halbfinalspiele in der Champions League gegen Real Madrid und das Pokalfinale gegen Borussia Dortmund bedarf es einer deutlichen Leistungssteigerung der Bayern.

 

 

Bale führt Madrid zum Titel


In Spanien wurde am Mittwochabend bereits der Pokalsieger ermittelt. Im Pokalkracher zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona setzte sich der Bayern-Gegner knapp mit 2:1 durch und sicherte sich damit den 19. Pokalsieg der Vereinsgeschichte. Zeitgleich besiegelt die Finalniederlage wohl eine tiotellose Saison für den FC Barcelona und das Ende der einjährigen Amtszeit des glücklosen Trainer Gerardo Martino zum Saisonende.

 

Ohne den verletzten Cristiano Ronaldo war es Gareth Bale, der zum Mann des Finals wurde. Der Waliser krönte seine überragende Leistung mit einem sensationellen Solo und dem Siegtreffer kurz vor Schluss. Zuvor hatte Angel di Maria die Königlichen in Führung gebracht, ehe Marc Bartra den Ausgleich in der zweiten Halbzeit erzielte. Lionel Messi blieb über die gesamte Spielzeit blass.

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0