"Müssen zu unserer Spielidee zurückkehren"

Der Mittwoch steht ganz im Zeichen des Pokalwettbewerbs. Während in Deutschland der Finalgegner von Borussia Dortmund ermittelt wird, sucht Spanien bereits den neuen Titelträger.

 

 

Von Markus Schulze

 

Borussia Dortmund hat sich im ersten Halbfinale etwas glücklich mit 2:0 gegen den VfL Wolfsburg durchsetzen können. Auch, wenn der Sieg nicht unvedient war, so hatte die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp doch besonders in der Schlussviertelstunde das ein oder andere Mal Glück, dass die Niedersachsen mit zahlreichen Chancen zu fahrlässig umgingen. Wie dem auch sei: Im zweiten Halbfinale erwartet uns heute ein wahrer Klassiker - mit dem Potenzial zu einer Sensation?

 

Bayern nach Dortmund-Debakel unter Druck

 

Der bayrische Meistermotor ist derzeit ordentlich am Stocken. Seit dem Gewinn der Meisterschaft in Berlin vor gut drei Wochen wartet der Rekordmeister auf einen Sieg in der Bundesliga. Am letzten Spieltag setzte es eine empfindliche 0:3-Klatsche gegen den Erzrivalen aus Dortmund. Grund für die extremen Leistungsschwankungen dürften das öffentliche Abschreiben der Liga („Die Liga ist vorbei.“) und die daraus resultierende personelle Rotation sein. Trainer Pep Guardiola hat seinen Fehler inzwischen eingestanden und fordert für das anstehende Pokalspiel eine Leistungssteigerung. „Wir haben überragende Spieler. Aber sie müssen laufen ­– nach vorne, nach hinten. Wir müssen zu unserer Spielidee zurückkehren und dürfen dem Gegnern keine Zeit zum Denken geben“, so der Spanier auf der Pressekonferenz.

 

Die Pokalstatistik in der Allianz Arena erscheint unglaublich. Seit der Eröffnung 2005 verlor der FC Bayern München erst ein Spiel vor heimischer Kulisse. Das war im März 2011 gegen den FC Schalke 04. Bereits in der letzten Spielzeit trafen beide Mannschaften im Pokal aufeinander, damals schon in der zweiten Runde. Die Bayern behielten klar die Oberhand und schickten die Pfälzer mit 4:0 (2:0) zurück auf den Betzenberg. Manuel Neuer saß bei der Partie nur auf der Bank. Heute schafft er es nicht mal in den Kader und wird seine Mannschaft bei der Mission „Pokalfinale“ nicht unterstützen können. Bei der Heimniederlage gegen Dortmund wurde der Nationaltorwart wegen Wadenproblemen ausgewechselt. Zudem fallen Thiago, Xherdan Shaqiri, Diego Contento, Tom Starke, Julian Green und der Langzeitverletzte Holger Badstuber sicher aus. Von Letzteren gab es in den vergangenen Stunden positive  Nachrichten, was seinen Genesungsprozess betrifft. Der Nationalspieler absolvierte zuletzt erste Trainingseinheiten mit dem Ball.

 

„Nicht nur zum Trikottausch nach München“

 

Der 1. FC Kaiserslautern reist als klarer Außenseiter in die bayrische Landeshauptstadt. Während der Aufstieg in die Bundesliga nur noch schwer zu realisieren ist, werten die Pfälzer den Halbfinaleinzug im Pokal als Riesenerfolg. Auf dem Weg in die Runde der letzten Vier konnte man mit Hertha BSC (3:1) und Bayer Leverkusen (1:0 n.V.) bereits zwei Bundesligisten ausschalten. Ein Weiterkommen gegen den alten und neuen deutschen Meister würde allerdings einer Sensation gleichkommen. Das weiß auch Coach Kosta Runjaic: „Wenn die Bayern unter Vollspannung agieren, gibt es nur einen Gegner der die Münchner schlagen kann - und das sind sie selbst.“ Doch freiwillig möchten die Pfälzer auch nicht auf den Finaleinzug verzichten. „Nur zum Trikottausch fahre man nicht nach München. Vielleicht kann das eigentlich Unmögliche ja doch möglich gemacht werden“, gab sich der 42 Jahre alte Fußballlehrer hoffnungsvoll.

 

Personell sieht es gut aus für die „Betzebuben“. Bis auf Marcel Gaus, der sich einer Operation am Meniskus unterzog, sind alle Spieler mit an Bord.

 

 

Der Clasico als Pokalkracher

 

Es ist noch gar nicht allzu lange her, als sich Real Madrid und der FC Barcelona zum letzten „Clasico“ trafen. Ende März behielten die Katalanen in einem spektakulären Spiel mit 4:3 die Oberhand. Nach der 0:1-Niederlage am letzten Samstag beim FC Granada rutschte die Mannschaft von Gerardo Martino wieder hinter die Königlichen und liegt bereits vier Punkte hinter dem Tabellenführer Atletico Madrid. Die Meisterschaft ist in weite Ferne gerückt und auch in der Champions League musste Barca bereits im Viertelfinale die Segel streichen. Der Pokal scheint die letzte Möglichkeit zu sein, die Saison mit einem Titel einigermaßen versöhnlich abzuschließen.

 

Bei Real Madrid, die ohne ihren Superstar Cristiano Ronaldo auskommen müssen, ruhen die Hoffnungen ganz auf Torwar Iker Casillas. Genau wie Robert Weidenfeller bei Borussia Dortmund, kassierte der Spanier im Pokalwettbewerb noch keinen einzigen Gegentreffer. Zudem verlor der spanische Nationalkeeper seit 14 Jahren kein Pokal-Endspiel mehr. Nachdem im Halbfinale Titelverteidiger Atletico Madrid aus dem Wettbewerb gekegelt wurde, möchten sich die Männer von Trainer Carlo Ancelotti den 19. Erfolg in der „Copa del Rey“ sichern.

 

Für alle, die sich gerne das spanische Pokalfinale anschauen möchten: ServusTV überträgt den Klassiker ab 21.15 Uhr live.

 

 

 

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