"Können das Wunder schaffen"

Borussia Dortmund steht heute Abend vor einer Mission, die nach dem gesunden Menschenverstand sogar für Tom Cruise wohl eine unlösbare "Mission: Impossible" sein dürfte. Doch ganz abschreiben wollen die Schwarz-Gelben das Halbfinale noch nicht, zudem ein Hoffnungsträger zurück ist.

 

 

Von Sebastian Koch

 

Als ZDF-Moderator Jochen Breyer am vergangenen Mittwoch die Frage stellte, die zu einem (Fast-)Eklat im Studio sorgte, stand Dortmund-Trainer Jürgen Klopp noch im Eindruck der 0:3-Schlappe seiner Mannschaft bei Real Madrid. Dabei fiel das Ergebnis am Ende vielleicht in der Differenz um ein Tor zu hoch aus. Auch, wenn Torwart Roman Weidenfeller mit einigen Paraden eine noch höhere Niederlage verhinderte, so hatte der deutsche Vizemeister doch auch eigene Chancen fabriziert. Einzig in der Verwertung zeigten die Westfalen große Defizite.

 

Natürlich kann man davon ausgehen, dass, wie es Breyer vor sechs Tagen formulierte, nun alles schon vorbei ist. Natürlich muss die Borussia wohl hinten "zu Null" spielen, um überhaupt noch eine kleine Chance auf das Halbfinale zu haben. Und natürlich ruhen alle Hoffnungen der Schwarz-Gelben auf Robert Lewandowski.

 

Der Traum von einer erneut magischen Nacht lebt


Der Pole hatte vor knapp einem Jahr im Signal-Iduna-Park die Königlichen mit vier Toren beim 4:1-Triumph quasi im Alleingang besiegt. Heute darf es kein Tor weniger sein, um den Anhängern im "Hexenkessel Westfalenstadion" eine ähnlich magische Nacht zu bescheren wie jene am 24. April 2013. Im Hinspiel war der Stürmerstar noch wegen einer umstritten Gelbsperre nicht an Bord und wurde im Sturmzentrum dementsprechend schmerzlich vermisst. 

 

Obwohl die Ausgangslage für die Borussia wahrlich alles andere als prickelnd ist, so verspürt man rund um den Verein doch eine gewisse Euphorie. Der 2:1-Sieg am vergangenen Wochenende gegen den VfL Wolfsburg zeigte, dass die Mannschaft auch schwierige Spiele unter enormen Druck gewinnen und - viel wichtiger - umbiegen kann. Genau das muss der Vorjahresfinalist auch am heute Abend machen. Die Gegenspieler heißen dann jedoch nicht Max Grün oder Junior Malanda, sondern Gareth Bale und Karim Benzema. Ob der portugiesische Superstar und Weltfußballer Cristiano Ronaldo rechtzeitig zum Viertelfinal-Rückspiel wieder fit ist, entscheidet sich wohl erst kurzfristig. 

 

Noch nicht aufgegeben

 

Ob mit Ronaldo oder ohne - das Team von Trainer Carlo Ancelotti ist gespickt mit erfahrenen Weltstars. Und dennoch glaubt Dortmund-Kapitän Sebastian Kehl an ein Wunder. Denn genau das ist es, was die Borussia ab 20.45 Uhr benötigt - ein Fußball-Wunder.  

 

Gegenüber "ran.de" träumte der 34 Jahre alte Routinier "mit einer Portion Glück doch noch ins Halbfinale einzuziehen." Dabei baut der Mittelfeldspieler, der bereits seit 2002 für Dortmund spielt, vor allem auf die eigenen Fans. Denn, "mit unseren Fans im Rücken werden wir vielleicht doch wieder ein kleines Wunder schaffen können."

 

Die Borussia benötigt mindestens dreiTore, um eine Verlängerung zu erzwingen. Sollten die Spanier treffen,  muss die Borussia mit vier Toren Unterschied gewinnen. 

 

"Paris ist verteidigen nicht gewohnt"


Ähnlich wie Kehl hofft auch André Schürrle auf ein kleines Wunder. Der Nationalspieler tritt mit Chelsea London zum Rückspiel gegen den französischen Meister Paris Saint-Germain antreten und muss im eigenen Stadion die 1:3-Niederlage aus dem Hinspiel wettmachen. Dabei könnte sich für die Mannschaft von Star-Trainer José Mourinho jedoch das Auswärtstor von Eden Hazard dank der Europapokalaritmetik als goldwert erweisen. 

 

Der schwerreiche Klub aus der französischen Hauptstadt um den extravaganten Stürmer Zlatan Ibrahimovic ist alles andere als für seine Defensivqualitäten bekannt. Für die Offensive dafür umso. Genau da will Schürrle die vielleicht entscheidende Schwäche der Franzosen ausgemacht haben. "Paris ist das Verteidigen nicht gewohnt", sagte Schürrle direkt nach dem verlorenen Hinspiel. Dort hatte die Mannschaft des 31-maligen Nationalspielers mehrere Chancen, sich eine bessere Ausgangslage zu verschaffen. Jene Chancen müssen im Rückspiel genutzt werden, wenn der Ludwigshafener und seine "Blues" den Traum vom Henkelpott nicht schon heute Abend aufgeben wollen. 

 

 

 

 

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