Erfolg auf ganzer Linie

Der Kommentar zur sensationellen 2:0-Führung gegen Frankreich

 

 

Von Sebastian Koch

 

Der Davis Cup hat seine eigenen Gesetze - selten hat eine Floskel so ins Schwarze getroffen wie am gestrigen Tag. Was wurde nicht alles im Vorfeld über die junge unerfahrene deutsche Mannschaft geschrieben? Von einer drohenden Schmach und einem Fiasko war die Rede. Auch das "Fremdschämen" und die "größte Blamage " wurde von der schreibenden Presse hinlänglich bedient.

 

Doch Tobias Kamke und Peter Gojowczyk haben den Kritikern gezeigt, dass Tennis eben mehr ist, als nur der Vergleich von Weltranglisten-Positonen. Tennis ist ein Kampf um Leidenschaft, Emotionen und Durchhaltevermögen. Wenn das alles erfüllt wird, kann ein Spieler jenseits der Top 100 einen nahe den Top 10 in die Knie zwingen - wie es Gojowczyk bei Jo-Wilfried Tsonga geschafft hat. Egal, wie die verbleibenen drei Spiele ausgehen - moralisch hat das deutsche Team dieses Viertelfinale gestern bereits gewonnen.

 

Der Deutsche Tennis Bund muss sich fragen, ob auch die etablierten Kräfte Tommy Haas, Philipp Kohlschreiber und Flo Mayer im Begriff gewesen wären, solche Leistungen abzurufen. Und ob es jetzt nicht an der Zeit ist, den Umbruch endlich vollständig einleiten und auf die 'Oldies' ein- für allemal zu verzichten? Besonders "Stinkstiefel" Kohlschreiber passt nicht mehr ins Mannschaftsgefüge und Haas wird nicht jünger.

 

Im Team sind nun (Noch-)No-Names wie Kamke, Gojowczyk oder Jan-Lennard Struff - und das ist gut so. Denn Tennis ist eben mehr, als der Vergleich von Weltranglistenpositionen.

 

 

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