Nachvollziehbare und weitsichtige Entscheidung

Sebastian Koch sieht in der Ablehnung der Torlinientechnik keinesfalls einen Rückschritt in der Entwicklung des Fußballs.

 


Von Sebastian Koch

 

Die Torlinientechnik kommt...nicht! Die Entscheidung der 36 deutschen Profiklubs sorgte heute Morgen für einen Paukenschlag, der so nicht zu erwarten war. Oder etwa doch?

 

Tatsächlich haben die Vereinsvertreter aus meiner Sicht nachvollziehbar und richtig gehandelt. Die Verantwortlichen haben sich bei der Abstimmung an dem DFB-Urteil zum "Phantomtor" orientiert und den Verband darin unterstützt, dass das Wort des Schiedsrichters nach wie vor das höchste Gut im Fußball ist.

 

Man kann die Entscheidung mit den geflügelten Worten "Tradition vor Technik" umschreiben, man kann sie aber auch ganz einfach mit dem Wort "Vernunft" gutheißen. Müssen klamme Vereine wirklich eine teure Torlinienkamera in ihre Stadien einbauen, die womöglich in einer Saison doch nie zum Einsatz kommt? Müssen technische Hilfsmittel in einer Bundesliga-Saison her, die 34 Spieltage umfasst und in der sich Fehlentscheidungen über kurz oder lang gemeinhin ausgleichen? Und wie oft kam es tatsöchlich schon vor, dass ein nicht gegebenes Tor über Auf- oder Abstieg entschieden hat?

 

Nein, die Torlinientechnik ist eine Folge des technischen Hypes unserer globalisierten Welt. Die Vereine haben mit ihrer Entscheidung den Sport an sich geschützt und das Aufleben von Emotionen gewahrt. Den genau das ist es, was den Fußball zur "schönsten Nebensache der Welt" macht.

 

 

 

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