Hammerurteil - Hoeneß in den Knast

Seit Montag wurde vor dem Landgericht München gegen Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung verhandelt. Heute ist das Urteil gefallen. Hoeneß muss ins Gefängnis.

 

Die fünfte Strafkammer des Landgericht München II hat den Präsidenten des FC Bayern München Ulrich Hoeneß wegen Steuerhinterziehung in sieben Fällen zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Insgesamt hat der 62-Jährige eine Summe von mindestens 27,2 Millionen Euro am Fiskus vorbeigeschleust.

 

 

 

Laut Gerichtssprecherin Andrea Titz betrachtet das Gericht die Selbstanzeige als unwirksam. Zum Zeitpunkt der Abgabe hätte diese gar nicht gültig sein können, da die Unterlagen unter keinen Umständen ausreichend waren. Die fehlenden Unterlagen wurden trotz mehrfacher Forderungen erst kurz vor Prozessbeginn eingereicht. So fehlten unter anderem die Grundlagen für eine vernünftige Schätzung der Summe. Zudem sei die Selbstanzeige „getrieben von der Angst der Entdeckung“ eingegangen. Des Weiteren hat das Gericht bei der Straffindung sowohl das Geständnis als auch das Lebenswerk von Uli Hoeneß miteinbezogen. So ergeben sich für die sieben Fälle Freiheitsstrafen in je unterschiedlicher Höhe.

 

 

 

Hoeneß-Verteidiger Hanns Feigen gab sofort im Anschluss des Prozesses bekannt, dass er gegen das Urteil anfechten wird und vom Rechtsmittel der Revision Gebrauch macht. Laut Feigen soll nun der Bundesgerichtshof prüfen und entscheiden, wie man mit einer „wirksamen, halb-wirksamen oder missglücken Selbstanzeige“ umzugehen hat. Bis dahin bleibt Hoeneß vorerst noch auf freiem Fuß.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Hanna Schwichtenberg (Donnerstag, 13 März 2014 17:14)

    Das Urteil ist bitter, aber es darf keinen Promi-Bonus geben in einem Rechtsstaat. Es darf nicht gelten, dass die Kleinen gehängt werden und dass man die Großen laufen lässt.
    Klar, dass er dagegen ankämpft, aber besser wäre es, das Urteil als gerecht zu akzeptieren und mit Würde zu tragen.