Abpfiff: Hoeneß mit gewaltigem Rückstand ins mögliche Rückspiel

Das Urteil im Fall Hoeneß bringt den FC Bayern unter Zugzwang. Der Rechtsstaat Deutschland ist der große Gewinner.

 

Von Sebastian Koch

 

Drei Jahre und sechs Monate - das Urteil im Fall Uli Hoeneß hat einmal mehr gezeigt, dass die Justiz im deutschen Staat tadellos funktioniert und sich auch vor großen Namen nicht abschrecken lässt. Das ist wunderbar, auch, wenn es so manchen Bayern-Fan in diesem Fall wohl nicht gefallen wird. 

 

Überhaupt sind nun die Bayern am Zug. Nach dem Urteil muss der Verein zügig eine Entscheidung darüber treffen, wie er in der Zeit bis zur Entscheidung über eine Annahme oder Ablehnung der angekündigten Revision zu seiner Ikone stehen will. 

 

Dabei sollten die entscheidenden Personen vor allem den Ruf der Marke "Bayern München" im Auge haben. Ein weiteres Festhalten an Hoeneß wäre das falsche Signal und würde dem Verein einen weiteren gewaltigen Imageschaden zufügen. Die Aufsichtsräte Martin Winterkorn und Co., sowie die Vorstände um Karl-Heinz Rummenigge dürfen nicht den Fehler machen, sich wieder hinter der Aussagen "Wir warten, bis das Urteil rechtskräftig ist" zu verstecken. Sie haben die Verdienste Hoeneß` für den Verein mit ihrem Festhalten am Präsidenten in den letzten Monaten genug gewürdigt - die Schonfrist ist mit dem heutigen Urteil abgelaufen.

 

Für Hoeneß könnte die Schonfrist dagegen noch ein wenig verlängert werden. Es ist sein gutes Recht, das Urteil anzufechten. Auch das ist ein Grundsatz unseres Rechtsstaats. Ob im möglichen "Rückspiel", das Hoeneß wohl mit einem gewaltigen "Rückstand" beginnen wird, dann noch gegen den "Präsidenten der FC Bayern München AG" verhandelt wird, ist nicht zu hoffen. 

 

 

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