Findet Dortmund wieder in die Ligaspur? // Abstiegskracher im Norden der Republik // Rekord-Bayern empfangen Schalke 04 zum Topspiel

München, Dortmund und Schalke. Drei der Top Vier sind in unserer heutigen Spieltagsübersicht vertreten. Komplettiert wird das Ganze durch das Nordderby zwischen dem SV Werder Bremen und dem Hamburger SV.

Von Markus Schulze

 

 

 

Borussia Dortmund muss heute im Kampf um die direkte Champions-League Qualifikation gegen den 1. FC Nürnberg ran. Keine einfache Aufgabe, erwiesen sich die Franken in der Rückrunde bisher als unangenehmer Gegner.

 

Das kurze Trübsal nach der 0:3-Klatsche beim HSV ist in Dortmund schon längst vergessen. In der Champions League sorgten die Jungs von Jürgen Klopp für gute Laune. Dank einem 4:2 in Sankt Petersburg steht der BVB bereits mit einem Bein im Viertelfinale. Nun gilt es in der Liga nachzulegen. Ein Sieg heute wäre immens wichtig, kann man sich doch ein kleines Polster erspielen. Auf den direkten Konkurrent aus Gelsenkirchen wartet heute in München eine (fast) unmögliche Aufgabe.

 

Doch auch im Vorfeld der Nürnberg-Partie dominieren wieder die schwarz-gelben Verletzungssorgen. Besonders hart trifft es dieses Mal die Innenverteidigung. Marian Sarr konnte aufgrund einer Oberschenkelverhärtung nicht trainieren und Sokratis laboriert an einer Schwellung an der Achillessehne. Dafür könnte Mats Hummels wieder sein Comeback in der Startaufstellung feiern. Der Nationalspieler trainierte unter der Woche wieder mit der Mannschaft. Definitiv nicht dabei sein wird Marco Reus, der sich in Hamburg seine fünfte gelbe Karte abholte.

 

Wer hätte das von den Franken gedacht? Noch ohne Sieg in die Rückrunde gestartet und jetzt schon vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Das ist das Werk von Trainer Gertjan Verbeek. In der letzten Woche schien die Erfolgssträhne ein abruptes Ende zu nehmen. Zur Halbzeit lag man gegen die Braunschweiger Eintracht mit 0:1 hinten und war zudem in Unterzahl. Doch ein fränkischer Doppelschlag kurz nach der Pause brachte einen weiteren Club-Sieg in der Rückrunde.

Doch auch die Nürnberger werden von einer Verletzungsmisere geplagt. Neben Daniel Ginczek und Timothy Chandler gesellt sich nun auch Makoto Hasebe zu den Langzeitverletzten. Der Kapitän der japanischen Nationalmannschaft wird in seiner Heimat am rechten Knie operiert. Auch Timo Gebhart wird die Reise nach Dortmund nicht antreten können. Er musste unter der Woche aufgrund von Schmerzen im Adduktorenbereich das Training abrechen. Per Nilsson muss nach seiner roten Karte im Spiel gegen Braunschweig ebenfalls passen.

 

 

 

Noch vor ein paar Jahren war das Nordderby ein Halbfinale in der UEFA Europa League. Zum 100. Jubiläumsduell zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV ist das Duell zu einem Abstiegskracher verkommen.

 

Die Bremer sicherten sich in der letzten Woche beim 0:0 in Frankfurt einen weiteren Punkt im Abstiegskampf. Dabei war Werder knapp 50 Minuten in Unterzahl, ließ aber kaum Chancen zu. Nun steht das brisante Duell gegen den Hamburger SV an, der genauso tief im Schlamassel steckt. Mit einem Heimsieg könnte man den Vorsprung auf den unbeliebten Relegationsplatz auf sechs Punkte ausbauen. Dass man den Bundesliga-Dino schlagen kann, bewies die Elf von Trainer Robin Dutt bereits in der laufenden Runde. 2:0 für Bremen hieß es im Hinspiel in der Imtech-Arena.

 

Nach zwei Unentschieden in Folge soll jetzt endlich ein Dreier her. In der Defensive wird Dutt allerdings umstellen müssen. Felix Kroos und Luca Caldirola sind beide gesperrt. Aleksandar Ignjovski kann wegen einer Sprunggelenksverletzung nicht mitwirken. Frohe Kunde gibt es allerdings rund um die Personalien Aaron Hunt und Kapitän Clemens Fritz, die beide unter der Woche mit dem Team trainiert haben und für einen Einsatz bereit stehen.

 

Es ist immer wieder erstaunlich, welch verrückte Geschichten der Fußball schreibt. Über Wochen hinweg spielen die „Rothosen“ einen grausamen Fußball. Kaum ist Mirko Slomka im Amt wird Borussia Dortmund hochverdient mit 3:0 weggefegt. Gegen den Nordrivalen aus Bremen soll der „Slomka-Effekt“ natürlich anhalten. Mit einem Sieg würde man sich endgültig im Abstiegskampf zurückmelden und aufgrund der besseren Tordifferenz sogar an den Bremern vorbeiziehen.

 

Die komplette Hoffnung ruht dabei auf den Schultern von Youngster Pierre-Michel Lasogga. Mit elf Treffern stellt er zurzeit den besten Torschützen beim HSV. Doch den Stürmer plagen aktuell Rückenschmerzen, sodass es unter der Woche Wassergymnastik anstatt Runden laufen hieß. Für einen Einsatz sollte es dennoch reichen. Anders sieht dies beim Kollegen Heiko Westermann. Ein grippaler Infekt hat den Abwehrrecken umgehauen und für Bettruhe gesorgt. Wieder mit von der Partie ist Rafael van der Vaart. Beim letzten Derbysieg in Bremen im Jahre 2007 steuerte er zwei Treffer bei.

 

 

Nach der 1:6-Pleite in der Champions League wartet auf den FC Schalke 04 eine noch unangenehmere Aufgabe. Es geht heute Abend in die Allianz-Arena zum Triple-Sieger Bayern München.

 

Es könnte schlechter laufen beim FC Bayern München. Seit 47 Bundesligaspielen ungeschlagen, 14-mal in Folge ohne Punktverlust und die letzten sechs Pflichtspiele ohne Gegentor absolviert. Mit 19 Punkten hat man die Konkurrenz mehr als distanziert und die Meisterschaft winkt schon in diesem Monat. Für zwei Bayern-Akteure wird das eine ganz besondere Partie. Manuel Neuer und Rafinha haben beide lange Zeit im Trikot der Königsblauen gespielt.

 

Franck Ribery fällt nach seiner Gesäß-OP weiter aus. Eine Rückkehr zum Rückspiel gegen Arsenal London scheint aber wahrscheinlich. Xherdan Shaqiri und Thomas Müller laborieren beide an ihren Muskelfaserrissen und stehen ebenfalls nicht im Kader.

 

Man mag es ja kaum glauben, doch in der Bundesliga haben die Schalker einen richtig guten Lauf. Überschattet wird dies allerdings nun durch das Debakel im Heimspiel gegen Real Madrid. Jetzt ist neben der sportlichen auch die psychologische Qualität des Trainers Jens Keller gefragt, der seine Mannschaft wieder aufrichten muss. Mit den Bayern wartet nach den Königlichen aus Madrid die zweite Mammutaufgabe innerhalb der Woche. „Wir wissen, dass uns eine ganz schwere Aufgabe erwartet. Die Bayern sind unglaublich ballsicher, im Spiel nach vorne sehr schnell und wahnsinnig torgefährlich. Sie haben ein Topteam und sind nicht umsonst amtierender Champions-League-Sieger“, ist sich Keller der Herausforderung bewusst.

 

Sead Kolasinac brummt nach seiner Kieferprellung immer noch der Schädel. Sein Einsatz steht auf der Kippe. Kevin-Prince Boateng (Muskelbeschwerden) und Roman Neustädter (Knieprobleme) sind ebenfalls fraglich. Definitiv nicht dabei ist Felipe Santana, der sich am Mittwoch einen Muskelfaserriss zuzog.

 

 

Weitere Partien am Wochenende:

 

Hertha BSC - Freiburg 0:0 (Fr.)

Dortmund - Nürnberg

Leverkusen - Mainz

Bremen - Hamburg

Augsburg - Hannover

Braunschweig - M'gladbach

Bayern - Schalke

Hoffenheim - Wolfsburg (So.)

Frankfurt - Stuttgart

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0