Hoffen auf Eurofighter 2.0

In der Champions-League bekommt es Schalke 04 heute mit den "Königlichen" von Real Madrid zu tun.

 

Von Sebastian Koch

 

Sieben Spiele, fünf Siege, zwei Remis - die Bundesliga-Bilanz von Schalke 04 in den vergangenen beiden Monaten kann sich durchaus sehen lassen. Nimmt man den 2:0-Erfolg gegen den FC Basel am letzten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase noch dazu, dann sind die Gelsenkirchener seit zweieinhalb Monaten ungeschlagen. Da kommt Real Madrid doch genau zur rechten Zeit. Oder doch nicht?

 

"Es wird kein einfaches Spiel"


Tatsöchlich scheint die Euphorie im Umfeld des Ruhrvereins ungebremst zu sein. Heute könne eine zweite Generation der legendären Eurofighter entstehen, war eine von vielen hoffnungsvollen Aussagen der zahlreichen Anhänger vor dem Schlagerspiel. Die Eurofighter holten 1997 im UEFA-Pokal den bis heute einzigen internationalen Titel der Knappen. Die Jens Lehmanns, Olaf Thons und Youri Moulders von einst, heißen heute Ralf Fährmann, Benedikt Höwedes und Klaas-Jan Huntelaar und sollen heute Abend den ersten Schritt zu einem "Schalker Wunder" gehen.

 

Da passt es dem Umfeld wohl gar nicht, dass ausgerechnet Trainer Jens Keller auf die Euphoriebremse tritt. Ausgerechnet Keller, der nach seinem Amtsantritt vor zweieinhalb Jahren zum ersten Mal unumstritten zu sein scheint, äußerte sich gewohnt zurückhaltend und gar nicht selbstbewusst: "Es wird kein einfaches Spiel für uns", sagte der 43-Jährige auf der Pressekonferenz vor dem Spiel. Gleichzeitig stellte Keller klar, dass Schalke "mutig sein" muss. Damit gibt der Coach die selbe Devise aus, die auch Rolf Fuhrmann im Interview mit uns vor einer Woche vorgegeben hatte. 

 

Selbstbewusster gab sich da schon Felipe Santana. Der Verteidiger, der mit Borussia Dortmund die Spanier schon einmal ausgeschaltet hatte, prophezeite, dass "auch wir morgen ein Wörtchen mitzureden" haben. Ob Julian Draxler und Benedikt Höwedes spielen können, entscheidet sich jedoch erst kurz vor Spielbeginn. 

 

Auch Madrid in Topform - nur gegen deutsche Teams hakt es


Doch nicht nur die "Königsblauen" sind in Topform. Auch Real Madrid ist seit Monaten in einem Formhoch und sogar schpn seit Mitte Oktober ungeschlagen. Zusätzlichen (moralischen) Rückenwind gibt die Tatsache, dass Real um die Superstars Cristiano Ronaldo und Gareth Bale seit dem Wochenende wieder Spitzenreiter in der spanischen Primera Division ist. Weltfußballer Ronaldo musste den 3:0-Heimsieg am Samstag gegen den FC Elche gesperrt von der Tribüne aus verfolgen. Heute dürfte der Portugiese jedoch wieder mit von der Partie sein und darauf brennen, im ersten Europacupspiel nach seiner Wahl zum Weltfußballer zu zeigen, dass er zurecht gewählt wurde.

 

Gut möglich, dass Madrid seinen Superstar brauchen wird. Schließlich sind Mannschaften von Real in Deutschland gern gesehene Gäste. Von 25 Duellen auf deutschem Boden konnte Madrid nur eines gewinnen - 3:2 bei Bayer Leverkusen in der Saison 2000/01. Zuletzt gab es sogar ein 1:4-Debakel in Dortmund.  

 

Die "deutsche Tradition" Madrids dürfte Schalke doch Mut machen, oder? Keller hätte zumindest kein Problem damit, wenn Madrid auch im 26. Spiel den Platz als Verlierer verlässt. Der Trainer will "schauen, dass wir die Tradition fortsetzen." Ab 20.45 Uhr zählt es...

 

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