Dortmund gewinnt Scheibenschießen in St. Petersburg

Borussia Dortmund hat auf das 0:3-Debakel am Wochenende in der Bundesliga beim Hamburger SV die passende Antwort gegeben und sich gegen St. Petersburg eine tolle Ausgangsposition für das Rückspiel erarbeitet.

 

 

Von Sebastian Koch

 

Nach Bayern München kann auch Borussia Dortmund auf den Einzug ins Champions-League-Viertelfinale hoffen. Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp setzte sich bei Zenit St. Petersburg mit 4:2 durch. Somit würde den Westfalen im Rückspiel am 19. März bereits eine 0:2- oder 1:3-Niederlage zum Einzug die Runde der letzten Acht reichen. 

 

Historischer Frühstart für die Borussia


Auf Grund der Zeitverschiebung in St. Petersburg mussten die Fans der Schwarz-Gelben bereits zur ungewohnten Champions-League-Zeit um 18 Uhr vor dem Fernsehen sitzen. Es bleibt zu hoffen, dass es auch wirklich alle Fans geschafft haben, denn die Borussia legte los wie die Feuerwehr und schrieb (Klub-)Geschichte. 

 

Bereits nach vier Minuten schloss der immer störker werdende Henrikh Mkhitaryan eine tolle Vorarbeit von Marco Reus zur 1:0-Führung ab. Die mitgereisten Dortmund-Fans hatten ihren Jubel noch gar nicht beendet, da zappelte der Ball ein zweites Mal im Netz - diesmal war es Reus, der auf Vorarbeit von Kevin Großkreutz einen fulminanten Linksschuss ins kurze Eck versenken konnte. Die Borussia führte nach nicht einmal sechs Minuten mit 2:0 und stellte damit einen neuen Vereinsrekord: noch nie hatte eine Dortmunder Mannschaft in einem Europacupspiel zu einem so frühen Zeitpunkt so hoch geführt.

 

Der russische Vizemeister wirkte im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit konfus und produzierte besonders im Abwehrverbund zum Teil haarstreubende Fehler. Insbesondere der ehemalige Bayernspieler Anatolyi Tymoshchuk stand völlig neben sich und brachte seinen eigenen Torwart Yuri Lodygin des Öfteren in größte Bedrängnis. Die Borussia vermochte es in der Folge des Doppelschlags allerdings nicht, weitere Treffer zu erzielen. So ging ein durchschnittliches Spiel mit einer beruhigenden 2:0-Führung der Dortmunder in die Halbzeit. Der zweite Spielabschnitt sollte für einige Durchhänger in den ersten 45 Minuten mehr als entschödigen.

 

Vier Tore in zwanzig Minuten

 

Wie erwartet, versuchte St. Petersburg zur zweiten Halbzeit den Anschluss herzustellen. Insbesondere Stürmerstar Hulk versuchte sich in den ersten Minuten nach Wiederanpfiff des Öfteren, scheiterte jedoch entweder an der Dortmunder Viererkette oder Torwart Roman Weidenfeller. Nach knapp einer Stunde war es dann Oleg Shatov, der die Elf von Trainer Luciano Spaletti wieder ins Spiel bringen konnte. Nach einem Durcheinander im Fünf-Meter-Raum vor dem Dortmunder Tor landete der Ball bei Shatov, der keine Mühe hatte, ins fast leere Tor einzuschieben.

 

Wer dachte, das Spiel könnte nun doch eine vor dem Wiederanpfiff noch unerwartete Wendung nehmen, sah sich getäuscht. Keine drei Minuten nach dem russischen Anschluss war es Robert Lewandowski, der einen Pass von Lukasz Piszczek aus kurzer Distanz versenken konnte. 

 

In einer turbulenten und mitunter spektakulären zweiten Halbzeit war es wiederum nur acht Minuten später Schiedsrichter William Collom aus Schottland, der sich in den Mittelpunkt stellte. Piszczek stellte sich im Strafraum Viktor Fayzulin in den Weg, der dankbar auf den Polen auflief und, wie vom Blitz getroffen, fiel. Den umstrittenen Elfmeter, der auf Champions League-Niveau nicht unbedingt gegeben werden muss, versenkte Hulk trocken ins rechte obere Toreck. 

 

Doch die Borussia wäre an diesem Abend nicht die Borussia gewesen, hätte sie nicht die passende Antwort parat. Einmal mehr war es Stürmer-Star Lewandowski, der auf Zuspiel von Reus den Ball humorlos aus knapp zehn Metern im russischen Gehäuse unterbringen konnte. 

 

Der abermalige Rückschlag brach den Willen der Russen, die in der letzten Viertelstunde über Verlegenheitsangriffe nicht mehr hinauskamen. Letztendlich geht der Dortmunder Sieg vollkommen in Ordnung. Allerdings verpassten es die Westfalen gegen enttäuschende Russen einen noch höheren Sieg herauszuspielen.

 

 

 

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